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Fahndungserfolg: Bei einer Pressekonferenz in Innsbruck berichteten die Ermittler über die Einbrecherbande.

Fünfköpfige Bande festgenommen

Bergbahn-Einbrecher in Tirol gefasst

Garmisch-Partenkirchen/Innsbruck – Mehr als 100 Einbrüche in Tirol gehen auf ihr Konto. Auch in Bayern sind sie vergangenes Jahr in zig Talstationen von Bergbahnen eingebrochen, haben dort großen Schaden angerichtet und Geld und Wertgegenstände gestohlen. Nun wurde die fünfköpfige Einbrecherbande gefasst – auf frischer Tat.

Ihre Masche war raffiniert: Die drei Männer und zwei Frauen aus Albanien hatten in Norditalien ihr Lager aufgeschlagen. Von dort aus planten sie die Einbrüche in Tirol und Bayern . Erst fuhren sie mit einem Wohnmobil in belebte Touristenorte und spähten die Ortschaften aus. Sie hatten es besonders auf Bergbahnen und Hotels abgesehen. „Da sie immer ein zweijähriges Mädchen dabei hatten, hielten sie viele für eine Touristen-Familie“, sagt Christoph Hundertpfund, der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamts Tirol am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. „Eine perfekte Tarnung.“ Ende Dezember gelang es der Tiroler Landespolizei bei Salzburg, die Bande auf frischer Tat zu schnappen.

Bande verübte seit 2011 wohl mehr als 100 Einbrüche

Die Einbrüche gingen schnell über die Bühne – dafür mit viel Gewalt. Wo die fünf Albaner im Alter von 21 bis 39 Jahren zuschlugen, hinterließen sie eine große Verwüstung. Besonders konzentriert hatten sie sich auf Tresore. Meistens arbeiteten sie mit einer Flex. Und das sehr dreist. Bei einem Einbruch im Pitztal war ihnen die Flex-Scheibe kaputtgegangen, weswegen sie kurzerhand in einen Bauhof einbrachen, um sich eine neue zu besorgen. Sie kehrten seelenruhig zum Tatort zurück, um ihre Arbeit zu Ende zu bringen. Allein in dieser Nacht brachen sie neben der Bergbahn noch in sieben Hotels ein.

Insgesamt gehen seit 2011 wohl mehr als 100 Einbrüche auf das Konto der Bande. 23 Einbrüche fanden in Bayern statt. In verschiedenen Gemeinden zwischen Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen war es vergangenes Jahr zu zahlreichen Einbrüchen gekommen (wir haben berichtet). Allein im Zeitraum zwischen 18. und 25. August brachen die Täter in die Jennerbahn in Schönau am Königssee, die Kampenwandbahn in Aschau im Chiemgau und die Kreuzeckbahn in Garmisch-Partenkirchen ein. Kurz darauf wurden sie im Kreis Miesbach aktiv, sie brachen in die Taubensteinbahn in Schliersee und in die Schliersbergbahn ein. Allein in Oberbayern erbeuteten sie einen sechsstelligen Betrag. Die Polizei richtete eine Ermittlungsgruppe „Bergbahn“ ein und rief zum Start der Skisaison Wintersportler auf, verdächtige Wahrnehmungen zu melden.

Weitere Einbrüche in Baden-Württemberg denkbar

Die Aufklärung der Taten werde nun noch Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. Es gebe aber bereits Hinweise, dass ein Tatverdächtiger bei den Einbrüchen an der Jenner-Bergbahn und in das Kassenhäuschen eines Busbetriebs am Obersalzberg beteiligt war. Die Täter, die sehr professionell vorgingen und im Wohnmobil teils auf Campingplätzen nahe der Tatorte übernachteten, kämen für weitere Einbrüche in Betracht – auch in Baden-Württemberg.

Die Fünf sitzen nun in Untersuchungshaft. Auch das zweijährige Kind ist mit der angeblichen Mutter in einer Justizeinrichtung untergebracht. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Tätern lediglich um die Spitze des Eisbergs handelt. „Wir gehen von einer Vereinigung von mehr als 20 Personen aus“, sagte Hundertpfund.

Von Josef Hornsteiner

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