+
Fünf Bergsteiger starben bei dem tragischen Unfall im österreichischen Zillertal. Die Männer waren in einer Seilschaft unterwegs und stürzten in eine Gletscherspalte. 

Beisetzungen im Familienkreis

Bergdrama mit 5 Toten: Darum hatte der Hüttenwirt die Männer gewarnt

  • schließen

Die Trauer ist groß, die Worte fehlen. Ganz Burgkirchen ist fassungslos über den Tod der fünf Bergsteiger im Zillertal. Der Alpenverein bereitet eine Gedenkfeier vor.

Burgkirchen/Krimml – Nach dem tragischen Bergunglück im Salzburger Land nehmen die Familien aus dem Raum Burgkirchen (Kreis Altötting) Abschied von ihren Liebsten. Leonhard H. (65), Ludwig B. (34), Erich T. (56), Wolfgang H. (70) und Reinhard W. (56) waren am vergangenen Sonntag 200 Meter abgestürzt, einzig Johann S. (75), der älteste der Gruppe, überlebte schwer verletzt.

Bereits am Montag waren Angehörige mit einem Bus an den Unglücksort gereist und hatten mit einer Gedenkfeier um die fünf Bergsteiger getrauert. Morgen werden Leonhard H., Ludwig B., Wolfgang H. und Reinhard W. im Kreise ihrer Familien beerdigt. „Viele Wege führen zu Gott, einer führt über die Berge“, schreibt die Familie von Wolfgang H. in die Traueranzeige. Alle fünf Toten waren wahre Bergexperten und liebten die Alpen. Einander vertrauten sie auf Schritt und Tritt.

Hüttenwirt warnte die Bergfreunde vor den Gefahren

Gemeinsam hatten sie am Samstag die Zittauer Hütte erklommen. Nach ihrer Ankunft machten die sechs fitten Männer noch eine Tour zum Roßkopf. Hüttenwirt Hannes Kogler hatte die Bergfreunde vor den Gefahren an diesem Wochenende gewarnt. „Ich habe sie mehrmals darauf hingewiesen, dass momentan Richtung Gabler sehr anspruchsvolle wie schwierige Verhältnisse herrschen“, berichtet er. „So eine Tour ist nur etwas für erfahrene Hochalpinisten.“

Doch die erfahrenen Bergsteiger schreckte dies nicht ab: Gemeinsam gingen sie am Sonntag in einer Seilschaft los. Als es einem von ihnen doch zu heikel wurde, wollten sie umkehren. Dabei rutschte einer aus – und riss vier Männer mit sich. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, wer ausgerutscht ist“, hieß es von der Polizei in Österreich. Nur Johann S., der mit schweren Kopfverletzungen im Salzburger Krankenhaus liegt, kann sich vielleicht erinnern.

Alpenverein plant Gedenkfeier

Nach den persönlichen Trauerfeiern plant die Gemeinde Burgkirchen, gemeinsam mit der Alpenvereinssektion Burgkirchen eine Gedenkfeier für die fünf beliebten Bergsteiger zu veranstalten. „Auch die Bergfreunde wollen würdig Abschied nehmen“, sagt DAV-Sektionsleiter Günther Stautner.

Seilschaft aus Bayern stürzt in den Tod: Bilder

Antonia Wille

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die große Trauer um die Traunreuter Opfer
Der in der Traunreuter Kneipe Hex-Hex erschossene Familienvater Erwin H. wurde am Dienstag beerdigt. In einer Kneipe wird es am Freitag ein Benefiz-Dartturnier für seine …
Die große Trauer um die Traunreuter Opfer
Polizei fasst Rauschgiftbande
Die Rauschgiftfahnder hatten Hinweise auf einen 28-jährigen Drogendealer aus der Region Coburg, der am Sonntag Crystal aus Tschechien nach Bayern bringen wollte. Bei …
Polizei fasst Rauschgiftbande
Laster drückt 62-Jährigen gegen Wand - schwer verletzt
Ein 40-Tonner rollte auf einem Betriebshof von alleine los und drückte einen 62-Jährigen gegen eine Wand. Er sah den LKW nicht kommen. 
Laster drückt 62-Jährigen gegen Wand - schwer verletzt
Nach Tschernobyl: So verseucht sind unsere Pilze noch
Auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einige Pilzarten in Bayerns Wäldern noch immer stark radioaktiv verseucht. Einige Regionen …
Nach Tschernobyl: So verseucht sind unsere Pilze noch

Kommentare