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Will zurück in die Riesending-Schachthöhle: der verunglückte Höhlenforscher Johann Westhauser.

Westhauser zurück am Arbeitsplatz

Verunglückter Forscher will wieder in die Höhle steigen

Karlsruhe - Nach Klinik und Reha hat für Johann Westhauser der Alltag wieder begonnen. Der Steinschlag in der Riesending-Schachthöhle ist für ihn jedoch nicht das Ende seiner Leidenschaft...

Mehr als elf Tage lang war Johann Westhauser verletzt in den Berchtesgadener Alpen in 1000 Metern Tiefe eingeschlossen - jetzt tastet sich der Höhlenforscher wieder an den Alltag heran. „Ich bin seit zwei Wochen wieder an meinem Arbeitsplatz im Karlsruher Institut für Technologie“, sagte Westhauser am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Im Zuge einer Wiedereingliederung arbeite ich zunächst mehrere Stunden am Tag.“ Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist Westhauser als Techniker am Institut für Angewandte Physik tätig.

Nach seiner Entlassung aus der Unfallklinik Murnau hat sich Westhauser in einer Reha-Einrichtung in Bad Wildbad im Schwarzwald erholt. Wenn er wieder richtig fit ist, will er in die Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden zurückkehren und die am 8. Juni jäh beendete Exkursion wieder aufnehmen. „Dort wo es passiert ist, geht es noch weiter, da gibt es noch nicht erkundete Passagen.“

An den Steinschlag, der ein Schädel-Hirn-Trauma auslöste, kann sich Westhauser kaum erinnern. „Das war einfach Pech, damit muss man immer rechnen“, sagte er im Rückblick. „Aber das große Interesse der Öffentlichkeit danach hat mich sehr überrascht.“ Im Oktober will der in der Nähe von Karlsruhe lebende Forscher an einem Höhlenrettungskongress in der italienischen Stadt Triest teilnehmen: „Da werden wir die Erfahrungen aus der Riesending-Schachthöhle austauschen und überlegen, welche Lehren wir daraus ziehen.“

Westhauser gehört der Arbeitsgemeinschaft für Höhlenforschung in Stuttgart-Bad Cannstatt an. Er hat sich seit Jahren an der Erforschung der Höhle am Untersberg beteiligt.

In einer beispiellosen Aktion war Westhauser gerettet worden. Nach 274 Stunden zogen ihn Helfer am 19. Juni ans Tageslicht. Mehr als 700 Menschen waren an der Aktion beteiligt, darunter 202 Höhlenretter.

Inzwischen verschließt ein massives Stahlgitter den Zugang zur Riesending-Schachthöhle. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ungeübte Abenteurer aus Neugier einsteigen und sich so in Lebensgefahr begeben könnten. Wer künftig in die Höhle will, muss bei der Gemeinde Bischofswiesen nachfragen, die den Schlüssel hat. Vorausgesetzt werden eine Versicherung, die die Kosten für eine mögliche Rettung deckt, wissenschaftliches Interesse und eine gute körperliche Verfassung.

dpa

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