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Bizarrer Riesen-Stau am Zugspitz-Gletscher: 100 Bergsteiger müssen an Engstelle warten

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Stau am Klettersteig zur Zugspitze
Die Gletscherrandspalte ist eine Schlüsselstelle des Klettersteigs zur Zugspitze. © Facebook/Vivalpin

Auf dem Weg zur Zugspitze hat sich am Montag auf dem Höllentalgletscher ein riesiger Stau von Bergsteigern gebildet. An die 100 Alpinisten warteten an einer Schlüsselstelle, um weiterzugehen – das kann Stunden dauern.

Grainau – Wer durch das Höllental auf den Gipfel von Deutschlands höchstem Berg will, übernachtet meist erst auf der Höllentalangerhütte (1387 Meter), auf die man am Vortag aufsteigt. Am nächsten Tag gibt es beim Sturm auf den 2962 Meter hohen Gipfel mit dem Klettersteig am „Brett“ die erste Bewährungsprobe.

Die Spalte am Gletscher ist bis zu 40 Meter tief

Nach steilen Schrofen und Felsabsätzen geht es dann über den Gletscher. Am Rand des Höllentalferners bildet sich im Sommer eine bis zu 30, 40 Meter tiefe und etwa eineinhalb Meter breite Spalte, die es an Drahtseilen gesichert zu überschreiten gilt.

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Bergwanderer belagern den Gipfel der Zugspitze.
Bergwanderer belagern den Gipfel der Zugspitze. © www.zugspitzbahn.de

„Danach geht es sofort in steilem, glattem Felsen weiter“, berichtet Christof Schellhammer von der Bergschule Vivalpin in Garmisch-Partenkirchen, die jedes Jahr hunderte Hobby-Alpinisten sicher auf die Zugspitze führt. An eisernen Tritten im Fels geht es auf dem Klettersteig zum Gipfel weiter. „Jeder Bergsteiger braucht hier fünf bis zehn Minuten, um den Spalt zu überschreiten“, berichtet Willi Kraus, Chef der Grainauer Bergwacht-Bereitschaft.

Pause an der Spalte sorgt für Verzögerungen

Für die vorherige Überquerung des Gletschers haben die Bergsteiger Steigeisen angelegt, die an der Spalte wieder abgelegt werden müssen. Kraus weiter: „Und jeder Bergsteiger muss die Spalte erst begutachten, bevor er sie überschreitet.“ Das dauert, und an den sonnigen Tagen in den Ferien ist der Andrang groß.

„Viele Bergsteiger haben ihr Hobby in den Corona-Jahren entdeckt, als man nicht die Ferne fliegen konnte, jetzt haben sie Geschmack daran gefunden“, erklärt Kraus den riesigen Andrang. „Manche haben auch Nachholbedarf.“ Traditionell ist im Hochsommer wegen der großen Ferien naturgemäß ohnehin viel los in den Bergen. Kraus sagt weiter: „Außerdem war das Wetter am Montag gut, das wollten viele nutzen.“

900 Bergsteiger an einem Wochenende auf der Zugspitze

Wie viele den Gipfel der Zugspitze erklommen haben, zeigt der Verkauf der Talfahrt-Tickets an der Deutschlands höchstem Berg: Die Zugspitzbahn verkaufte am Wochenende 900 dieser Bergsteigertickets.

Die Bergsteigerschule Vivalpin dokumentierte den Stau am Berg bei Facebook, die Bilder machen die Runde. Bis zu drei Stunden warteten die Bergsteiger an der Spalte. Doch das Warten ist laut Vivalpin nicht das einzige Problem, die Bergsteigerschule schreibt bei Facebook: „Hier besteht erhöhte Steinschlaggefahr, da der Klettersteig in der Folge über den Wartenden quert.“

Rettungsaktion der Bergwacht Grainau auf dem Höllentalferner an der Zugspitze
Immer wieder muss die Bergwacht Grainau auf dem Höllentalferner an der Zugspitze ausrücken. © Facebook/Bergwacht Grainau

Bergwacht muss immer wieder zur Staustelle ausrücken

Die Bergwacht Grainau muss immer zur Randspalte ausrücken, Bereitschaftsleiter Kraus berichtet: „Am Dienstag hatten wir einen Kreuzbandrisss, als eine Frau sich bei der Überschreitung der Spalte den Fuß verdrehte, eine andere Frau nachmittags dort um vier so erschöpft, dass wir sie bergen mussten.

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