Rettungshubschrauber über dem Edelweißlahnerkopf
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Rettungshubschrauber und Bergretter müssen zur Bergung ausrücken

Bergsteiger unterschätzen Lage an der Reiter Ape und müssen gerettet werden

  • Johannes Welte
    vonJohannes Welte
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Die Rettungsdienste und Krankenhäuser haben wegen Corona alle Hände voll zu tun. Dennoch begeben sich Alpinisten in Situationen, die sie nicht beherrschen. In diesen Fällen sorgte der Schnee für überraschende Probleme.

  • Drei Bergsteiger marschieren los, obwohl es geschneit hat
  • Orientierung im Schnee verloren
  • Auch Ehepaar aus München muss gerettet werden

Die Bergwacht Ramsau (Berchtesgadener Land) musste am Sonntagnachmittag drei verstiegene Bergsteiger vom Edelweißlahnerkopf auf der Südostseite der Reiter Alpe retten. Die drei 25 und 30 Jahre alten Männer aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein waren von Triebenbach über das Leiterl aufgestiegen und hatten sich in rund 1900 Metern Höhe knapp unterhalb des Gipfelgrats verirrt, da der Schnee den Steig verweht hatte. Die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 14 und die Bergwacht Ramsau fanden das Trio rasch und flog die Männer unverletzt am Rettungsseil zur Ramsauer Bergrettungswache aus. Sechs Bergretter waren bis 15 Uhr im Einsatz.

Auch die Besatzung des Tiroler Polizeihubschraubers Libelle rückte schon am Samstag auf den Grasberg nahe Hinterriß (Tirol) aus, da sich ein Münchner Ehepaar (32 und 30) im Schnee verstiegen hatte. Beide wurden sicher ins Tal geflogen.

Der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Ramsau, Rudi Fendt, warnt: „Aufgrund der derzeitigen Schneelage am Berg sind Wegmarkierungen und Steige in höheren Lagen nicht mehr erkennbar.“ Auch wenn die Berge auf der Südseite bis 2000 Meter Höhe weitgehend schneefrei wirkten, bleibe der Schnee in schattigen und flacheren Abschnitten liegen. Fendt: „Ohne eine sehr gute Ortskenntnis besteht ein hohes Risiko, dass man vom richtigen Weg abkommt.“

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