Sogar ein Rettungshubschrauber wurde zur Hilfe gerufen.
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Sogar ein Rettungshubschrauber wurde zur Hilfe gerufen.

Gestürzter Sportler machte falsche Angaben

Chaotische Rettung: Bergwacht sucht stundenlang auf falschem Berg nach verletztem Skitourengeher

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Ein Duzend Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau suchten stundenlang an der Ofentalscharte nach einem gestürzten Skitourengeher. Vergeblich. Denn der Mann lag auf einem anderen Berg.

Ramsau - Eine dreistündige Suche. Mit insgesamt zwölf Einsatzkräften bei dichter Schneefall und Eiseskälte. Und das Ganze auch noch für die Katz. Am Samstagnachmittag (20. März) gegen 14 Uhr ging bei der Bergwacht* Ramsau (Berchtesgaden) ein Notruf ein. Ein 37-jähriger Tourenskigänger aus dem Landkreis habe sich verstiegen, sei erschöpft und bei einem Sturz am Rücken verletzt. Nach eigenen Angaben befand er sich an der Ofentalscharte auf der Westseite des Hochkalters. Die Einsatzkräfte rückten aus und suchten über stunden vergebens nach dem Mann. Bis sich herausstellte, dass er auf einem anderen Berg war. Laut BRK-Bericht befand er sich nämlich eineinhalb Kilometer weiter westlich auf dem Weg zum Vorderberghörndl.

Ramsau: Dreistündige Suchaktion mit Hubschrauber und 12 Einsatzkräften - doch am falschen Berg

Doch bis dies klar wurde, stellte sich die Suche schwierig als dar. Denn eine Ortung des Handys des gestürzten Mannes sei trotz mehrfacher Versuche nicht möglich gewesen. „Am Telefon gab der Mann auch der Bergwacht gegenüber an, dass er im Ofental sei, wobei er keine spezifischeren Angaben machen konnte, weshalb ein Voraustrupp mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) und eine weitere Mannschaft mit dem Pinzgauer ins Klausbachtal aufbrach“, heißt es im Pressebericht.

Rettungshubschrauber musste aufgrund schlechter Sichtverhältnisse umkehren - Bergretter stiegen bis auf 1700 Meter auf

Das ATV schaffte es trotz des für Ende März sehr vielen Neuschnees über den alten Ofentalforstweg weit nach oben und pendelte anschließend die Mannschaft aus dem Klausbachtal nach oben, sodass der weitere Aufstieg mit Skiern verkürzt werden konnte. Auch der Rettungshubschrauber* der Besatzung Traunstein, „Christoph 14“, wurde angefordert. Doch dann kam den Einsatzkräften ein Schneesturm in die Quere. Am Mauthäusl bei Weißbach an der Alpenstraße musste der Helikopter wegen der schlechten Sicht zur Station umdrehen. Die Bergretter stiegen bis auf 1.700 Meter auf, konnten aber weder den Mann noch irgendwelche Skispuren finden.

Einsatzkräfte treffen Verstiegenen Mann in seinem Wohnmobil an

Der Verstiegene gab später in einem weiteren Anruf an, dass er nun seine Aufstiegsspur wieder gefunden hätte und selbst abfahren würde, weshalb auch die Suchmannschaft in der Annahme abfuhr, dass der Verstiegene weiter unterhalb sein müsste. „Die Retter suchten deshalb noch den Forstbegang- und den Sittersbachsteig erfolglos ab“, berichtet das BRK. Schlussendlich trafen die Bergwachtler den 37-Jährigen nach stundenlangem Einsatz in seinem Wohnmobil am Hirschbichl-Parplatz. Eine medizinische Versorgung sei nicht erforderlich gewesen.

„Glück im Unglück“ gehabt - Retter der Bergwacht Ramsau stufen Situation als „kritisch“ ein

Wie sich im Nachhinein herausstellte, sei der Sportler ohne ein konkretes Ziel zu haben blindlings mit seinen Tourenskiern losgegangen. Umgekehrt ist er erst, als ihm bereits die Kraft ausgegangen war. Bei seiner Abfahrt fanden ihn anderen Skitourengeher und halfen ihm zurück. Laut BRK-Pressebericht stuft die Bergwacht - trotz des Happy Ends - die Situation nicht zuletzt aufgrund der Witterungsverhältnisse als „kritisch“ ein. Der Mann habe „Glück im Unglück“ gehabt. (feb) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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