Vorwürfe gegen den augsburger Bischof Walter Mixa.

Schwere Vorwürfe gegen Mixa - Bistum dementiert

Augsburg - Fünf ehemalige Heimkinder erheben laut einem Zeitungsbericht Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Das Bistum Augsburg bezeichnete die Vorwürfe als "absurd und unwahr".

Erstmals ist in Deutschland ein amtierender Bischof von Misshandlungsvorwürfen betroffen. Der Augsburger Bischof Walter Mixa soll nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ in seiner Zeit als Stadtpfarrer (1975-1996) im oberbayerischen Schrobenhausen Mädchen und Jungen wiederholt geschlagen haben. Das Augsburger Ordinariat wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück.

Chronologie der Missbrauchsfälle

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Die Behauptungen seien “absurd, unwahr und offenbar in der Absicht erfunden, den heutigen Bischof von Augsburg persönlich zu diffamieren“, hieß es in einer Erklärung des Bistums. Mixa habe in seinen jeweiligen Wirkungsbereichen “zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche angewendet“, hieß es. Das Bistum dementiere alle Anschuldigungen und behalte sich zivil- und strafrechtliche Schritte vor.

Grünen-Chefin Claudia Roth forderte eine “lückenlose Aufklärung“ der Vorwürfe gegen den Bischof. Sie verlangte nach Angaben ihrer Partei eine externe und unabhängige Aufklärung, um den Opfern Sicherheit zu geben. Sie dürften im Aufklärungsverfahren nicht Drohungen ausgesetzt werden. Bayerns SPD-Chef Florian Pronold forderte Mixa auf, die Vorwürfe glaubhaft zu entkräften. Die Kirche müsse ihnen mit Belegen entgegentreten oder Missstände offenlegen.

Nach “SZ“-Angaben liegen dem Blatt eidesstattliche Erklärungen Betroffener über Ohrfeigen, Fausthiebe und Schläge auf das Gesäß vor, durch die auch Blutergüsse verursacht worden sein sollen. Zu den Züchtigungen soll es vorwiegend vor über 30 Jahren in einem von Nonnen geleiteten Kinderheim in Schrobenhausen gekommen sein. Eine heute 47 Jahre alte Frau aus Augsburg bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass Mixa sie wiederholt geschlagen habe, auch in der Öffentlichkeit.

Sie sei als Mädchen von dem damaligen Stadtpfarrer in dem Kinderheim in Schrobenhausen mehrmals geprügelt worden. “Das waren Schläge mit der flachen Hand und Faust ins Gesicht.“ Einmal habe Mixa sie so heftig ins Gesicht geschlagen, dass sie in ihr Bett gefallen sei. Ein anderes Mal sei sie als 14-Jährige mit einer Zigarette Mixa auf der Straße begegnet. Der habe ihr deshalb eine so kräftige Ohrfeige verpasst, dass ihr die Zigarette aus dem Mund gefallen sei.

“Der hat mir volle Kanne eine mitgegeben“, erzählte die Frau. Vier damaligen Freundinnen sei es ähnlich ergangen. “Immer wenn wir unartig waren, haben uns die Nonnen mit dem Stadtpfarrer gedroht.“ Auf den Einwand, Mixa bezeichne diese Angaben als unwahr und erfunden, sagte die in Augsburg lebende Frau: “Das stimmt, ich stehe dazu und werde das auch vor Gericht bestätigen.“

dpa

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