Bernhard Winter, Initiator der Sonntagsdialoge.

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Der Dialog-Stifter

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Kabarettisten wie Dieter Hildebrandt und Gerhard Polt, Politiker wie Hans-Jochen Vogel (SPD), Günther Beckstein (CSU) und Gerhard Schröder (SPD), Fußball-Stars wie Thomas Hitzlsperger und Paul Breitner sowie viele weitere Persönlichkeiten: Bernhard Winter (66) hat sie alle nach Markt Schwaben (Kreis Ebersberg) geholt.

1992 initiierte er die Sonntagsbegegnungen. Am Sonntag findet die 100. Veranstaltung statt. Dann tauschen sich Gerhard Polt und sein Schweizer Kabarett-Kollege Franz Hohler über „Wort, Witz, Wahrheit“ aus. Im Interview verrät Winter, was das Format besonders macht und wieso es bei den Diskussionen keinen Moderator gibt.

Herr Winter, Diskussionen gibt es in den Talkshows im Fernsehen zuhauf. Was unterscheidet Ihre Sonntagsdialoge davon?

Bei den Sonntagsbegegnungen geht es nicht darum, sich zu profilieren. Es geht darum, Grenzen zu überwinden und Menschen zusammenzuführen. Bei den Begegnungen sind viele dauerhafte Kontakte entstanden.

Sie haben die Dialoge 1992 als Zeichen gegen Politikverdrossenheit gegründet. Warum sind sie auch heute noch wichtig?

Wir können die Dinge einfach geschehen lassen und uns über Ungerechtigkeit ärgern. Wir können uns aber auch einbringen, gemeinsam nachdenken und die Welt verändern. Oft entstehen bei Begegnungen Dinge, die bleiben. Wir reden nicht nur, sondern bewirken auch etwas.

Was zum Beispiel?

Es sind zum Beispiel eine heute noch lebendige Schulpartnerschaft mit Polen oder ein Projekt zur Wiedereingliederung für Kindersoldaten in Papua-Neuguinea entstanden. Wir haben soziale und kulturelle Projekte in Markt Schwaben und auf der ganzen Welt unterstützt.

Bei den Dialogen gibt es keinen Moderator. Wieso?

Das Entscheidende ist, in Zwiegespräch einander zuzuhören, gemeinsam nachzudenken und auf den Menschen gegenüber wirklich einzugehen. Die Dialogpartner, die ich einlade, wollen und können das. Das schlicht-straffe Format ohne langatmige Grußworte und ausufernde Publikumsfragen wird von allen Mitwirkenden als wohltuend empfunden. Viele kommen auch gerne wieder. Alois Glück oder Dieter Hildebrandt waren zum Beispiel jeweils viermal dabei und Schirmherr Hans-Jochen Vogel hat 15 Mal mitgewirkt.

Gibt es Gesprächspartner, die Sie noch gerne einmal empfangen möchten?

Ich hatte mir früher einmal als Gäste für die 100. Sonntagsbegegnung Queen Elizabeth und Nelson Mandela gewünscht (lacht). Inzwischen bin ich weiter und kann mir für unser Jubiläum „Wort, Witz, Wahrheit“ keine besseren Dialogpartner vorstellen, als die begnadeten Denker und Philosophen Gerhard Polt aus Bayern und Franz Hohler aus der Schweiz.

Interview: Claudia Schuri

Die 100. Begegnung

mit Gerhard Polt und Franz Hohler am Sonntag, 19. Januar, ist ausgebucht. Für das Vorabend-Fest mit Musik und Poesie gibt es Restplätze. Anmeldung und Infos unter www.winternetz.net.

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