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Der verunglückte Schulbus.

Berufungsprozess gegen Schulbusfahrer nach Unfall

Weiden - Wegen Körperverletzung in 14 Fällen steht seit Dienstag ein Oberpfälzer Schulbusfahrer erneut vor Gericht.

Der 72-Jährige war vom Amtsgericht Weiden zu einer eineinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Daraufhin gingen der Verteidiger und die Staatsanwaltschaft in Berufung, so dass der Fall vom Weidener Landgericht Weiden erneut verhandelt werden muss.

Nach Angaben eines Justizsprechers wurden am ersten Verhandlungstag Zeugen und Sachverständige von der Strafkammer vernommen. Der Verteidiger des Mannes habe zudem einen weiteren Beweisantrag angekündigt, erklärte der Gerichtssprecher. Mit einem Urteil sei deshalb erst zu einem späteren Zeitpunkt zu rechen.

Anfang 2008 wurden bei dem Unfall mit einem Bus neben dem Fahrer 13 Jugendliche und ein Erwachsener verletzt, zwei Mädchen erlitten sogar lebensgefährliche Verletzungen. Wegen eines Bremsendefekts musste der 72-Jährige auf einer stark abschüssigen Straße in Pressath (Landkreis Neustadt/Waldnaab) seinen Bus gegen eine Hauswand fahren, um zum Stehen zu kommen. Der Mann soll von dem Schaden gewusst haben und den Bus trotzdem benutzt haben.

Der Schulbus mit 26 Sitzplätzen schleuderte damals in einen Garten, nachdem das schwere Gefährt gegen die Mauer geprallt war. In erster Instanz war der Seniorchef eines Busunternehmens wegen fahrlässiger Körperverletzung und mehrfachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden.

Hintergrund ist, dass der für Schulbusse nötige Führerschein bei dem Mann abgelaufen war. Der Rechtsanwalt des 72-Jährigen meint, dass sein Mandant für den Unfall nichts konnte, und hat deswegen Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft sieht dagegen sogar eine vorsätzliche Körperverletzung und will eine höhere Gefängnisstrafe ohne Bewährung durchsetzen.

dpa

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