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Blick abgewendet: Wolf Steinberger glaubt nicht an Gott.

Pfingstmission

Besser ohne Gott

Pfingsten ist das Fest der Missionen: Wolf Steinberger ist überzeugter Atheist.

Wolf Steinberger, 59, hat Humor. Und er provoziert gerne. Vor ein paar Jahren, da ließ er eine „Heidenspaß-Party“ steigen, für Nichtgläubige, am tanzfreien Karfreitag. Das gab Ärger, bis heute dauert der Rechtsstreit an. Dann, 2008, rief er den Blasphemie-Preis „Der freche Mario“ ins Leben, der religiöse Karikaturen prämiert. Ganz schön respektlos.

„Ich würde aufhören, wenn sie mich in Ruhe ließen“, sagt der Atheist aus Wolfratshausen. Kruzifixe in Klassenzimmern, Glockengeläut: Er fühlt sich belästigt von der Beeinflussung des Alltags durch Religion. Er will mehr Toleranz, weniger „blinden Gehorsam“ der Gläubigen. „Wir lassen die ja auch in Ruhe beten.“

Mit 15 trat Steinberger, der einst katholisch erzogen wurde, aus der Kirche aus. Ein erster Bruch war die Beichtpflicht, der er sich nicht beugen wollte. In Frankreich lernte er die strikte Trennung von Staat und Kirche schätzen. Durch einen Bekannten kam er zum Bund für Geistesfreiheit, später zum Internationalen Bund für Konfessionslose und Atheisten. Er ist zu einem Vorkämpfer der Glaubenslosen geworden.

Seine eigentliche Mission aber ist politisch: Er will die Menschen über Ge- und Verbote der Religionen aufklären. Denn: „Viele wissen gar nicht, was ihr Glaube ihnen alles vorschreibt.“ Etliche Politiker sind seiner Ansicht nach Kirchenfunktionäre, das müsse sich ändern. Teilweise hat er seine Mission schon erreicht: „Die öffentliche Aufmerksamkeit für Kirchenkritik ist in den letzten Jahren gewachsen.“ Er wolle niemandem seine religiösen Überzeugungen nehmen, betont er, sondern sie in die Privatsphäre verlagern. Steinberger hat ein Kind verloren, eine schwere Zeit liegt hinter ihm. Sein Atheismus hat ihm geholfen, glaubt er. „Wenn es einen Gott gäbe, müsste ich ihn hassen“.

(Louisa T. Braun und Michael Haas)

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