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Landärzte bekommen höhere Honrare.

Söder: Mehr Geld für Landärzte

Regensburg - Bayern will den befürchteten Ärztemangel auf dem Land mit besseren Honoraren für die Landärzte bekämpfen. Was Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) sonst noch geplant hat:

“Es gibt auf Deutsch gesagt mehr Kohle“, kündigte Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) am Montag in Regensburg bei einer Konferenz zur Medizinversorgung in ländlichen Gebieten an. Derzeit gebe es aber noch keinen Medizinermangel im Freistaat. Im kommenden Jahrzehnt gebe es jedoch einen Umbruch, unter anderem weil viele niedergelassene Ärzte das Rentenalter erreichten und die Nachfolgeregelung schwierig werden könnte.

Nach Angaben von Experten verdienen Landärzte auch deswegen weniger, weil in ihre Praxen nicht so viele Privatpatienten kommen wie bei Stadtärzten. Ein weiteres Problem seien die häufigen Bereitschaftsdienste beispielsweise an Wochenenden, die Mediziner in den großen Städten nicht haben. Hier kann nach Einschätzung der Fachleute eine engere Kooperation zwischen Klinikambulanzen und niedergelassenen Ärzten die Praxisinhaber entlasten.

Laut Söder legen junge Ärzte heutzutage großen Wert auf eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies liege daran, dass immer mehr Frauen in den ehemaligen Männerberuf kommen. Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Max Kaplan, betonte daher, dass Faktoren wie nahe Kindertagesstätten und Schulen sowie ein gutes Kultur- und Sportangebot für den Medizinernachwuchs wichtig seien. Zudem müsse der Partner in der Region einen Job finden können.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Wolfgang Krombholz, hält die Honorarfrage hingegen für weiterhin entscheidend bei der Anwerbung von Landärzten: “Die finanzielle Situation ist das Wesentliche.“ Erst danach kämen die anderen “weichen“ Faktoren. Laut Krombholz stehen derzeit in Bayern rund 170 Praxen leer, weil es keine Nachfolger für die früheren Inhaber gibt.

Der Günzburger Landrat Hubert Hafner (CSU) sagte bei der Konferenz, dass es für die Menschen nicht befriedigend sei, wenn sie heute teils 50 Kilometer oder mehr zum Facharzt fahren müssten. Söder machte aber klar, dass auch künftig die Patienten manchmal in die Nachbarstadt ausweichen müssten: “Wir müssen auch den Bürgern sagen, dass nicht in jedem kleinen Ort alles an medizinischer Versorgung möglich ist.“

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) plant derzeit ein Gesetz gegen Ärztemangel. Die Länder drohen aber mit Widerstand im Bundesrat, weil die schwarz-gelbe Koalition frühere Vereinbarungen mit den Bundesländern nicht umsetzen will. Die Länder erhielten dadurch weniger Kompetenzen als gefordert. Söder kündigte in Regensburg an, dass es wegen dieses Streits nun eine weitere Bund-Länder-Konferenz geben soll. Dies habe ihm Rösler zugesagt. Die Länder wüssten besser als Berlin, wo vor Ort Ärzte gebraucht werden. “Wir wollen bayerisch planen und entscheiden.“

dpa

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