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Die wegen Mordes angeklagten Friedrich P. (r) und Michael S. (l) im Landgericht in Nürnberg

Bestattermord: Opfer mit Gewinnversprechen abhängig gemacht

Nürnberg - Der im Nürnberger Bestattermordprozess angeklagte 54-Jährige hat nach Aussagen mehrerer Zeugen neben dem Mordopfer auch andere Bekannte mit dubiosen Gewinnversprechen von sich abhängig gemacht.

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In einem Fall habe das spätere Opfer für den 54-Jährigen sogar wider besseres Wissen eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, um diesen vor einer Verurteilung wegen Betrugs zu bewahren, berichtete die Ex-Frau des Getöteten am Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

“Nachdem er den Hauptangeklagten kennengelernt hat, hat sich mein geschiedener Mann völlig verändert“, berichtete die Ex-Ehefrau des späteren Mordopfers vor Gericht. Während der 43-Jährige vorher bodenständig und Familienmensch gewesen sei, sei er nach dubiosen Millionenversprechungen des 54-Jährigen völlig abgehoben und habe plötzlich Auswanderungsfantasien entwickelt. Diese Eindruck bestätigte auch die in den Zeugenstand gerufene Mutter des Opfers.

Hintergrund der Bluttat vom 7. April 2007 war ein zwei Jahre zurückliegendes Geschäft: Laut Staatsanwaltschaft hatte der 54- jährige Hauptangeklagte dem späteren Mordopfer dessen Erlanger Bestattungsinstitut zwar abgekauft, war aber dem Verkäufer den Kaufpreis schuldig geblieben.

Als sich der 43-Jährige im April 2007 mit dem Käufer verabredete und diesen wegen der ausstehenden Zahlung zur Rede stellen wollte, kam es nach Erkenntnissen der Ermittler zur Tat: Ein ebenfalls angeklagter Komplize des mutmaßlichen Rädelsführers habe auf dessen Wink hin mit einem Kantholz aus dem Sarglager auf den 43-Jährigen eingedroschen, bis er tot war. Der Hauptangeklagte behauptet dagegen, der frühere Bestatter lebe noch, sei aber in den USA untergetaucht.

dpa

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