Betrug mit Kraftwerken: Vermögen sichergestellt

Nürnberg - Bei Ermittlungen gegen eine Nürnberger Energietechnik-Firma wegen mutmaßlicher Betrügereien hat die örtliche Staatsanwaltschaft Vermögen von führenden Managern und Tochterfirmen gesichert.

Gerichtsvollzieher zogen neben Luxuslimousinen, teuren Uhren, wertvollem Schmuck auch Edelmetall-Bestände im Millionenwert ein. Darüber hinaus sperrte die Staatsanwaltschaft nach Angaben vom Montag in- und ausländische Konten der Verdächtigen. Auch Grundstücke sicherten die Ermittler. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen 23 Verdächtige. Ihnen wird vorgeworfen, durch den vorgetäuschten Verkauf von Blockheizkraftwerken Geld ergaunert zu haben.

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass Anleger in Deutschland, der Schweiz und in Österreich um einen “mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ geprellt worden sind. Das ergaunerte Geld sei “für eigene Zwecke und für Zwecke Dritter“ verbraucht worden, vermuten die Ermittler.

Mit der Sicherung der Vermögenswerte soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft erreicht werden, dass die Geschädigten zumindest einen Teil ihres Geldes zurückerhalten. Hinweise, wie Betroffene ihre Ansprüche geltend machen könnten, fänden sich im elektronischen Bundesanzeiger unter www.ebundesanzeiger.de.

Den anfänglichen Betrugsverdacht hatte inzwischen eine TÜV-Überprüfung der von der Firma angebotenen, angeblich hoch effizienten Blockheizkraftwerke ergeben. Nach Einschätzung der Gutachter zeigen die Versuche, dass die von dem Energietechnik-Unternehmen entwickelten Blockheizkraftwerke nicht wirtschaftlich betrieben werden konnten - und daher niemals die versprochenen Kapitalrenditen erwirtschaftet hätten. “Die Brennstoff-, Wartungs- und Nebenkosten würden die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erzielbare Einspeisevergütung übersteigen“, hatten die TÜV-Experten festgestellt.

dpa

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