Drei Wochen Sozialstunden

Mann betrunken totgefahren - Studentin verurteilt

Kulmbach - Bierfest in Kulmbach: Eine junge Frau trinkt, setzt sich mit 1,4 Promille ans Steuer und überfährt auf der Bundesstraße einen Mann. Das Urteil: drei Wochen Sozialarbeit.

Eine 21-jährige Studentin hat betrunken einen Fußgänger totgefahren und anschließend auch noch Fahrerflucht begangen - das Amtsgericht Kulmbach verurteilte sie dafür am Dienstag zu 120 Stunden Sozialarbeit. Ein Gutachter hatte im Prozess erklärt, der nächtliche Unfall hätte sich bei einem nüchternen Fahrer genauso abspielen können. Das Opfer war dunkel gekleidet und lief auf der Bundesstraße 85 auf der falschen Fahrbahnseite.

Das Schöffengericht sah im Gegensatz zur Nebenklage keine fahrlässige Tötung und sprach die 21-Jährige nur der vorsätzlichen Trunkenheit und der Fahrerflucht schuldig. Sie hatte zugegeben, dass sie sich im August 2012 nach einem Bierfest in Kulmbach betrunken ans Steuer gesetzt hatte. Sie habe getrunken und wollte zunächst im Auto übernachten, doch dann sei es ihr zu kalt geworden.

Auf der B 85 erfasste sie den 30 Jahre alten Mann, der noch an der Unfallstelle starb. Sie fuhr aber weiter und kehrte erst später gemeinsam mit ihrem Vater zurück. Ein Bluttest etwa zwei Stunden nach dem Unfall ergab 1,36 Promille. Laut Staatsanwaltschaft hatte sie demnach zum Zeitpunkt des Unfalls mehr als 1,4 Promille Alkohol im Blut.

An Einzelheiten des Unfalls könne sie sich nicht erinnern, sagte die Frau. Sie habe lediglich einen Aufprall bemerkt. Ihren Vater weckte sie zu Hause und sprach von einem Wildunfall.

Das spätere Unfallopfer hatte ebenfalls das Bierfest in Kulmbach besucht. Wie sein Bruder als Zeuge erläuterte, hatte der 30-Jährige mangels Fahrgelegenheit zu Fuß nach Hause gehen wollen. Seine Eltern nahmen das Urteil äußerlich ruhig auf. Ob Nebenklage oder Staatsanwaltschaft Berufung einlegen, war zunächst offen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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