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Die Inhofer-Chefs mussten sich wegen Sozialbetrugs vor dem Augsburger Landgericht verantworten.

Bewährung und hohe Geldstrafen

Möbelhaus-Prozess: Milde Strafe für Inhofer-Chefs

Augsburg - Ein großes Möbelhaus beschäftigt seine Mitarbeiter teilweise als Scheinselbstständige. Dafür erhalten die Chefs des Familienbetriebs Bewährungs- und Geldstrafen. Der Fall hatte auch für politischen Wirbel gesorgt.

Die Chefs des schwäbischen Möbelhauses Inhofer sind am Mittwoch wegen Sozialbetrugs zu Bewährungsstrafen und hohen Geldstrafen verurteilt worden. Die Mitglieder der Familie Inhofer hatten jahrelang Mitarbeiter als Scheinselbstständige beschäftigt und damit die Kassen um die Sozialversicherungsbeiträge geprellt. Der Schaden liegt nach Angaben des Landgerichts Augsburg bei rund einer Million Euro.

Firmengründer August Inhofer wurde von der Strafkammer zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten und zu einer Geldstrafe von eineinhalb Millionen Euro verurteilt, die zu einem Drittel gemeinnützigen Organisation zu Gute kommt. Der heutige Geschäftsführer des Sendener Möbelhaus, Edgar Inhofer, erhielt ein Jahr und zehn Monate zur Bewährung und muss eine halbe Million Euro zahlen. Zudem erhielten zwei weitere Angeklagte Geldstrafen von bis zu 60 000 Euro.

Das Gericht blieb damit deutlich unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die Strafen von bis zu dreieinhalb Jahre Haft verlangt hatte. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Natale hielt den Angeklagten zugute, dass sie ein Geständnis abgelegt haben. Auch die Untersuchungshaft von Edgar und August Inhofer wirkte sich strafmildernd aus.

Diese Untersuchungshaft hatte vor dem Prozess auch für politische Schlagzeilen gesorgt. Bayerns heutige Europa- und frühere Justizministerin Beate Merk (CSU) war vorgeworfen worden, sie habe bei den Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft interveniert, damit die beiden Möbelhaus-Chefs nicht mehr in Untersuchungshaft sitzen müssen. Merk hat den Vorwurf zurückgewiesen.

dpa

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