Bewährung für Witwer von Mordopfer Jessica

Nürnberg - Der Witwer der ermordeten Erlangerin Jessica muss nicht ins Gefängnis. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat entschieden, dass er für einen Gewaltausbruch eine Bewährungsstrafe bekommt.

Für einen Gewaltausbruch gegen einen Arbeitskollegen muss der Witwer der ermordeten Erlangerin Jessica nicht ins Gefängnis. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte den 25-Jährigen am Montag in zweiter Instanz zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und zu einer Zahlung von 1500 Euro an eine gemeinnützige Organisation. Damit milderte das Gericht die Entscheidung des Amtsgerichts Erlangen ab, das den zweifachen Familienvater im März zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt hatte.

Im Juli 2007 war der damals als Lagerist arbeitende Mann mit einem Kollegen aneinandergeraten. Nachdem ihn dieser angeblich beleidigt hatte, schlug er zweimal mit der Faust zu. Das Opfer stürzte und erlitt einen Schädelbasisbruch. Der Geschädigte erstattete jedoch keine Anzeige. Die Polizei erfuhr zufällig davon, als sie im Mordfall Jessica ermittelte. Die Beamten befragten auch den Kollegen von Jessicas Ehemann. Dabei flog die Schlägerei auf.

Zugunsten des Angeklagten wirkte sich sein volles Geständnis aus sowie die Tatsache, dass das Opfer kein Interesse an der Strafverfolgung zeigte. Auch hatte der Angeklagte schon vor der ersten Verhandlung ein Schmerzensgeld von 1500 Euro bezahlt.

Im Mordfall Jessica galt der Ehemann eine Zeit lang als verdächtig, weil er oft mit seiner Frau gestritten haben soll und laut Zeugenaussagen zur Gewalttätigkeit neigt. Allerdings gehen die Ermittler mittlerweile davon aus, dass er mit dem Tod seiner Frau nichts zu tun hat. Die Spurenlage am Tatort, unter anderem ein blutiger Schuhabdruck, belastet eine Freundin von Jessica. Sie sitzt im Mordprozess auf der Anklagebank.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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