Entscheidung des Landgerichts Traunstein

Bewährungsstrafe für prügelnden Fussballspieler 

Traunstein - Kieferbruch, zerfetztes Trommelfell, lange Reha - ein Amateurfußballer hatte 2012 einen Schiedsrichter brutal zusammengeschlagen. Dafür wurde er jetzt verurteilt - zu einer Bewährungsstrafe.

Mit einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, muss ein nicht vorbestrafter 37-jähriger früherer Spieler des Fußballamateurvereins FC Iliria seine Faustschläge gegen einen Schiedsrichter büßen. Das Landgericht Traunstein sprach den Angeklagten gestern der vorsätzlichen Körperverletzung an dem 48-Jährigen schuldig.

Das Fußballspiel am 3. Oktober 2012 gegen den ESV Rosenheim hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Drei Spieler des FC Iliria landeten auf der Anklagebank vor dem Schöffengericht Rosenheim. Der 37-Jährige leugnete damals alles, wurde aber im April 2014 zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Er legte Berufung ein. Gestern rollte die Strafkammer den Fall nochmals auf.

Das Opfer hatte bei der Schlägerei Prellungen, einen Kieferbruch und ein zerfetztes Trommelfell erlitten. Zwei Operationen und eine neunwöchige Reha mit Therapie waren die Folge. „Die Krönung“ sei für ihn – neben einem Einbruch in seine Wohnung sowie Beleidigungen via Telefon und Internet – ein anonymer Drohbrief im Frühjahr 2013 gewesen. Außerdem musste er eine Umschulung machen. Nur das volle Geständnis bewahrte den 37-Jährigen vor dem Gefängnis, versicherte die Richterin. Der DFB hat den Angeklagten lebenslang für jedwedes Fußballspiel gesperrt.  

kd

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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