Bewährungsstrafen für Immobilienbetrüger

Nürnberg - Wegen millionenschwerer Betrügereien hat das Landgericht Nürnberg-Fürth vier von acht Mitgliedern einer Immobilienbande zu Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt. Der Drahtzieher muss dagegen für über drei Jahre hinter Gitter.

Alle fünf Angeklagten hatten ein Geständnis abgelegt. Der Prozess gegen die übrigen drei Betrüger hat das Gericht daraufhin abgetrennt. Sie streiten ihre Tatbeteiligung weiter ab.

Unklar war am Dienstag allerdings noch, wann der Prozess fortgesetzt wird. Der Verteidiger der drei verbliebenen Angeklagten hatte den Vorsitzenden der Strafkammer wegen Befangenheit abgelehnt. Nach Ansicht des Anwalts hat die Urteilsbegründung im Fall der fünf geständigen Bandenmitglieder Elemente einer Vorverurteilung seiner drei Mandanten enthalten. Eine andere Kammer muss nun über den Befangenheitsantrag entscheiden. Sollte das Gericht für befangen erklärt werden, käme es zu einem neuen Verfahren.

Der Bande wird vorgeworfen, Banken mit windigen Immobiliengeschäften um mehrere Millionen Euro betrogen zu haben. Nach Angaben der beiden Staatsanwälte hatten sich die Angeklagten mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems den Banken gegenüber als zahlungskräftige und seriöse Geschäftsleute ausgegeben. Zudem hätten sie den Geldinstituten unrealistisch hohe Werte der zu finanzierenden Immobilien in Nürnberg vorgegaukelt. Auf diese Weise hätten sie sich Darlehen in Höhe von knapp 7,7 Millionen Euro erschlichen.

dpa

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