Bewegung beim Ladenschluss

München - Die bayerische FDP fordert einen Kompromiss beim Ladenschluss – und die CSU schließt eine Neuregelung nicht mehr aus.

Mit einem Kompromissvorschlag will die FDP den Stillstand beim Ladenschluss in Bayern aufbrechen. Bisher sträubt sich die CSU strikt gegen jede Liberalisierung, die FDP beißt sich mit ihren Vorstößen die Zähne aus. Der neue wirtschaftspolitische Sprecher der Landtags-FDP, Dietrich von Gumppenberg, regt nun an, zumindest einen Tag in der Woche die Läden länger öffnen zu lassen.

„Das ist ein Vorschlag zur Güte an die lieben Freunde von der CSU“, sagte Gumppenberg unserer Zeitung. An einem festgelegten Werktag solle eine Öffnung bis 22 Uhr möglich sein. Dabei soll jede Kommune lokal entscheiden dürfen, ob sie von der Regelung Gebrauch macht. Von Gumppenberg spricht außerdem ausdrücklich von einer Erprobungsphase. „Dann würde man feststellen, welche wundersame Wirkung das hätte.“

Die FDP wollte eigentlich eine Freigabe an Werktagen durchsetzen. Bei diesem Ziel bleibe man langfristig, heißt es bei den Liberalen. Dass an Sonntagen weiterhin nicht geöffnet wird, ist in der Koalition unstrittig.

Nun könnte Bewegung in die Debatte kommen: Die CSU verschließt sich einer Änderung der Öffnungszeiten nicht mehr völlig. Markus Sackmann, Staatssekretär im Arbeitsministerium, sagte auf Anfrage, er schließe eine Neuregelung des Ladenschlusses in dieser Legislaturperiode nicht aus. Allerdings halte er 20 Uhr für ausreichend. „Noch nicht einmal das wird überall ausgenutzt.“ Man müsse den Arbeitnehmern im Einzelhandel ihre „Familienzeit“ lassen. Zudem würden lokal unterschiedliche Ladenschlusszeiten die Kunden verunsichern.

Markus Blume, Chef der CSU-Wirtschaftskommission, sprach sich gegen den FDP-Vorschlag aus: „Mir sind keine Rufe aus dem Einzelhandel nach längeren Öffnungszeiten bekannt“, erklärte er. „Wir haben es mit einer Phantom-Diskussion zu tun.“

cd/akg

Rubriklistenbild: © dpa

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