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Ein Sonnenbad an der Isar nehmen: Erfrischung auf Münchner Art

Meteorologe des DWD klärt auf

Bilanz aus meteorologischer Sicht: So war der Sommer 2017 in Bayern

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Der Sommer ist vorbei - aus meteorologischer Sicht. Es war keiner, der Rekorde gebrochen hat. Ob es mehr geregnet hat als sonst und wie der Herbst werden könnte, verrät Guido Wolz, Meteorologe des DWD.

München – Streng meteorologisch ist es ab Freitag vorbei mit dem Sommer. Guido Wolz, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes, verrät, ob wir mit dem Sommer 2017 zufrieden sein können – und ob es nicht vielleicht doch noch Hoffnung auf einen Nachschlag Sonne gibt.

Ist für Sie als Meteorologe der Sommer seit gestern vorbei?

Ja, für uns endet er tatsächlich am 31. August um Mitternacht. Aus meteorologischer Sicht gelten nur die drei Monate Juni, Juli und August als Sommer.

Wann beginnen Sie, den Sommer auszuwerten?

Abgerechnet wird erst heute – also am 1. September. Aber die Tendenz steht natürlich schon ein paar Tage vorher fest. Deutschlandweit hat der DWD 2000 Wetterstationen, die uns ihre Daten senden. Daraus bilden wir dann Mittelwerte.

Wie oft stellen Sie fest, dass der gefühlte Sommer und die Daten nicht ganz übereinstimmen?

Ich bin tatsächlich manchmal überrascht, wenn ich die Bilanz in der Hand halte. Im Kopf bewerten wir den Sommer eben doch etwas anders, als ihn Zahlen erfassen.

Was sagen die Zahlen? Können wir zufrieden sein mit dem Sommer 2017?

Ich finde schon. Was die Temperaturen betrifft, hatten wir in Bayern einen recht warmen Sommer. Die Durchschnittstemperatur liegt sogar 2,3 Grad über dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990. Das ist schon erheblich.

Hatten wir sogar einen Rekordsommer?

Nein, das war der Sommer 2017 nicht. 2003 hatten wir eine Mitteltemperatur von 19,5 Grad in Bayern. Das war noch deutlich wärmer.

Hat sich die Sonne in Bayern mehr blicken lassen als im Rest von Deutschland?

Ja, bei uns in Bayern war es tatsächlich überdurchschnittlich sonnig. Wir haben 15 Prozent mehr Sonnenschein gemessen als im langjährigen Mittel.

Und wie viel Regen haben wir abbekommen?

Was den Niederschlag angeht, war es ein sehr ausgeglichener Sommer in Bayern. Die Niederschlagsmenge lag im Sollbereich. Es ist ganz interessant, sich die drei Monate einzeln anzusehen. Denn der Juni war sogar zu trocken. Die Niederschlagsmenge lag 22 Prozent unter dem Mittel. Dafür gab es im Juli im Vergleich 31 Prozent zu viel Regen. Auch im August war es geringfügig zu nass. Unter dem Strich kann man also sagen, der Sommer war – was den Regen angeht – sehr ausgeglichen in Bayern.

Gab es mehr Gewitter als in anderen Jahren?

Das ist schwer zu sagen. Als wir noch Wetterbeobachter auf allen Stationen hatten, wurden die Gewittertage gezählt. Nun müssten wir dafür erst die Blitzauswertungen analysieren.

Wie zutreffend war die Siebenschläferregel?

Sie hat diesen Sommer gestimmt. Die Regel besagt ja, dass das Wetter mehrere Wochen so bleibt, wie es Ende Juni, Anfang Juli ist. Damals hatten wir eine Südwestströmung – und die hatte eigentlich über den gesamten Sommer meist Bestand. Ihr haben wir die längeren sonnigen Abschnitte zu verdanken. Die atlantischen Tiefausläufer haben dafür Schauer und Gewitter gebracht.

Ist der Sommer nun endgültig vorbei?

Für die nächsten Tage ja. Ein Tief von Westen verdrängt die schwüle Luft nach Osten und bringt uns deutliche kühlere Meeresluft. Aber das heißt noch nichts für den Herbst. Es könnten durchaus noch einige Sommertage nachkommen. 

Lesen Sie auch: Erst Sonne, dann Gewitter: Ist dieses Wechsel-Wetter noch normal?

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