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„Es war eine Therapie“: Tochter Eva Faessler und Schwester Elija Boßler vor einem der Bilder Mannheimers.

Versteigerung für karitativen Zweck

Die Bilder des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer

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Der im September verstorbene Holocaust-Überlebende Max Mannheimer war ein begnadeter Erzähler und berührender Zeitzeuge. Weniger bekannt ist: Er war auch ein nimmermüder Maler. Einige Werke werden nun versteigert.

München – Das fängt ja gut an. Schwester Elija Boßler ist gerade zwei Minuten in der Ausstellung der Mannheimer-Bilder, da sieht sie den Fauxpas. Zwei Bilder hängen falsch rum. Die Kunstexpertin des Auktionshauses Neumeister ist peinlich berührt, ein Hausmeister rückt die Bilder rasch ins rechte Licht.

Es ist ja auch schwierig mit der Kunst. Max Mannheimer, der Auschwitz und das Lager Mühldorf überlebte, liebte abstrakte Malerei. Er malte beinahe täglich, auf Leinwand, auf Papier. Mit Kreide. Tusche. Farben. Auch mit Kunstharz hat er experimentiert. „Da hat er sich ausgetobt“, sagt Schwester Elija Boßler. Die Nonne im Kloster Karmel auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte war eine enge Freundin Mannheimers. In seinem Haus in Haar (Kreis München) hat sie ihn oft besucht. Jetzt steht sie in der Ausstellung mit Werken, die das Auktionshaus Neumeister im Auftrag der Kinder Mannheimers am Montag versteigern wird. „Das ist ja nur ein Bruchteil der Bilder“, sagt sie. Eva Faessler, Tochter Mannheimers aus zweiter Ehe, kann nur das nur bestätigen: „Wir haben Bilder gefunden in allen möglichen Ecken.“

Malerei, „die Entspannung schlechthin“

Die Malerei bedeutete für Max Mannheimer „die Entspannung schlechthin“, sagt Schwester Elija. „Und am Anfang gewiss auch ein Stück Therapie.“ Bis wenige Wochen vor seinem Tod hat er gemalt. Der Beginn des Malers Mannheimer liegt weit zurück. 1954, als er für eine Hilfsorganisation überlebender Juden („American Joint“) in Frankfurt arbeitete, vertrieb er sich die Freizeit mit Kinobesuchen. Als das allmählich fad wurde, begann er mit dem Malen. Sein erstes Bild ist noch ganz gegenständlich – die Kapelle St. Bartholomä am Königssee, abgemalt von einem Esso-Katalog. 1955 kam „Gefangenenzug bei Nacht“, ein düsteres, eindrucksvolles Bild einer Kolonne von KZ-Häftlingen vor dem Hintergrund feuerspeiender Krematorien. Es ist im Besitz der KZ-Gedenkstätte.

Danach schwenkte Mannheimer um. „Die Bilder Kandinskys haben ihn elektrisiert“, sagt seine Tochter. Als Autodidakt malte er nur noch abstrakt. Es sind eindringliche Farbkompositionen. Er vermähle Farben, hat Max Mannheimer einmal gesagt. Ein Kunstkritiker schrieb von Kraftentladungen, Farbverschlingungen und Farbkompositionen.

Der Ausgangspreis der Bilder ist zumeist nicht sehr hoch. 100, 160, mal auch 200 Euro. Kleinere Arbeiten sind auf nur 40 Euro taxiert. „Das ist viel zu wenig“, sagt Schwester Elija, die berichtet, dass Max Mannheimer einzelne seiner Bilder auch schon mal für 2000 Euro verkauft hat. Es wird wohl auch am Geschick des prominenten Auktionators – Ex-Oberbürgermeister Christian Ude – liegen, solche Preise am Montag wieder zu erzielen.

Die Versteigerung an diesem Montag (6. Februar) im Jüdischen Museum München (St.-Jakobs-Platz 16), Beginn 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr). Der Reinerlös fließt an den Verein Leopolis, der sich für die Hungerhilfe Lemberger Juden engagiert.

Lesen Sie auch: Bernd Posselt fordert: Benennt Straßen nach Max Mannheimer!

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