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Nonnen auf dem zugefrorenen Bodensee. Das war 1963.
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Der Raketenpionier Max Valier 1929 auf dem Starnberger See. 
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Die „Münchener Zeitung“ berichtete darüber.
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Auch 1963 gab es buntes Treiben auf den Seen, etwa ein Autorennen auf dem Ammersee.
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Unten das Plakat, mit dem der Motorsport-Club in Dießen ein Motorrad-Rennen ankündigte. 

1929 und 1963 froren alle Seen komplett zu

Bilder: So waren die Eiswinter anno dazumal

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Auto- und Motorrad-Rennen, landende Flugzeuge, startende Raketen – es ist seltsam, auf was Menschen alles kommen, wenn ein See zufriert. Rückblick auf ein seltenes Naturphänomen.

Starnberg/Königsee– Der Scheinwerfer des Forschungs-U-Boots „Jago“ tastet erst den Seegrund ab, dann plötzlich taucht ein VW Käfer auf: Halb gekippt liegt das Fahrzeug auf dem Grund des Königssees in 100 Metern Tiefe. Das Kennzeichen ist noch gut lesbar: BGD DS 55. Filmaufnahmen von 1998 klärten endgültig das Schicksal eines 52-jährigen Autofahrers, der sich im Jahr 1964 auf die Tragkraft des Königssee-Eises verlassen hatte. Der Mann war mit seinem VW Käfer bis St. Bartholomä gefahren – auf dem Rückweg aber kam er vom Weg ab – und versank an einer nicht vereisten Stelle im See. Ein eisiger und einsamer Tod.

Wäre der Mann ein Jahr früher auf dem See gefahren, hätte er das Abenteuer vermutlich heil überstanden: Denn der Eiswinter von 1963 ist legendär – und bis heute unerreicht. In der Nacht vom 6. auf den 7. Februar fror damals selbst der Bodensee zu. Auf den See setzte eine Völkerwanderung ein, sogar Sportflugzeuge landeten. Auch der Ammersee und der Starnberger See waren bei Temperaturen von bis zu minus 29 Grad komplett in Eis gepackt – über Wochen konnten die Menschen aufs Eis. Das taten sie ausgiebig. Auf dem Ammersee gab es ein Auto- und ein Motorradrennen.

Ältere Zeitgenossen mögen sich damals an längst vergangene Zeiten erinnert haben. Ähnlich festes See-Eis gab es 1940 – und im Februar 1929. Wochenlang hatte der eiskalte Winter damals ganz Süddeutschland im Griff. Schon am 22. Januar berichtete die „Münchener Zeitung“ über „Motor-Eisrennen auf dem Staffelsee“. Tage später tummelten sich tausende Menschen auch auf dem komplett zugefrorenen Starnberger See, als ein Forscher namens Max Valier auftauchte und einen Raketenversuch durchführte. „Valiers Raketenbob erreichte über 375 Stundenkilometer“, berichtete die „Münchener Zeitung“ am 11. Februar. Der „RAK Bob 2“, so hieß der Bob mit dem Raketenantrieb, steht heute im Deutschen Museum.

Schon in den Tagen davor waren die kleineren Seen betretungssicher. Auf dem Eibsee unweit der Zugspitze gab es ein Spektakel: einen Dreikampf zwischen Flugzeug, Motorrad und Auto. Mit seinem zinnoberroten Eindecker flog der ehemalige Jagdflieger Ernst Udet nur wenige Meter übers Eis, während auf dem Eis der Rennfahrer Hans Stuck mit seinem Austro-Daimler-Rennwagen dahinschoss – und neben ihm noch der Motorrad-Rennfahrer Joseph Möritz. Udet musste 15 Schleifen drehen, die beiden Wahnsinnigen auf dem Eis je zehn Runden. Udet unterlag übrigens.

Verrückte Sachen auf dem Eis also, die die Menschen begeisterten. Heute wäre so etwas nicht mehr erlaubt.

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