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Microsoft-Gründer Bill Gates

Bill Gates in Lindau geehrt

Lindau - Microsoft-Gründer Bill Gates darf sich mit einem neuen Ehrenamt schmücken. Für seine Verdienste um Forschung und Bildung wurde der 56-Jährige in den Ehrensenat der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen aufgenommen.

“Ich glaube, dass das Potenzial für neue wissenschaftliche Durchbrüche sehr groß ist“, sagte Gates am Sonntag bei der Entgegennahme seiner Ehrenurkunde in Lindau. Der Milliardär appellierte an die entwickelten Länder, die Bedürfnisse der Ärmsten in der Welt zu berücksichtigen und mehr in die Wissenschaft zu investieren. Der Vorsitzende der Lindauer Stiftung, Wolfgang Schürer, bezeichnete Gates' unternehmerische Leistung als einzigartig, sein wohltätiges Engagement als vorbildlich. “Bill Gates hat die Welt, in der wir leben, fundamental verändert“, sagte Schürer. Die Zeremonie bildete den Auftakt der traditionellen Tagung der Nobelpreisträger am Bodensee.

Zentrales Thema der 61. Auflage ist die Weltgesundheit, für die sich auch die “Bill & Melinda Gates Stiftung“ einsetzt. Neben Gates wurde auch der Gründer des Verbier Musikfestivals in der Schweiz, Martin Engstroem, geehrt. Die beiden Unternehmer seien nicht nur Visionäre, sondern hätten ihre Visionen mit Beharrlichkeit umgesetzt, sagte Schürer. Dem Ehrensenat der Lindauer Stiftung gehören unter anderem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso an. Bis zum 1. Juli wollen 23 Nobelpreisträger aus Medizin und Chemie mit rund 570 Nachwuchswissenschaftlern aus 77 Ländern am Bodensee über die Entwicklung dringend nötiger

Medikamente und neue Ergebnisse aus der Genetik diskutieren. Dabei kommen viele der jungen Forscher aus Entwicklungsländern, wo Infektionskrankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose die Menschen bedrohen. Auch deshalb werden Ansätze für neue Antibiotika ein wichtiges Thema der Lindauer Tagung sein. Denn immer öfter wirken diese einst als Geheimwaffe gefeierten Mittel nicht mehr - immer mehr Bakterienstämme erweisen sich als resistent gegen die Behandlung mit Medikamenten. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hob in ihrer Ansprache die Bedeutung der Wissenschaft für die Politik hervor.

“Die Lösung der globalen Probleme verlangt wissenschaftliche Expertise und die Kreativität der wissenschaftlichen Eliten“, sagte Schavan. Medizinischer Fortschritt habe die Lebensqualität der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten in bislang nicht gekannter Weise verbessert. Erstmals laden die Organisatoren der Tagung neben Nobelpreisträgern und Nachwuchswissenschaftlern 17 Lehrer aus Deutschland und Österreich nach Lindau ein. Sie werden für ihr besonderes Engagement bei der Vermittlung von naturwissenschaftlichem Wissen ausgezeichnet.

dpa

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