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Stechmücke

Biologin Eva Goris im Interview

"Erst die Flut, dann die Mücken"

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München - Eva Goris (60) ist Biologin und Sprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Wir haben mit ihr über die Steckmücke gesprochen, die nach den Überflutungen bald Hochkonjunktur hat.

Frau Goris, Bayern wird von Überschwemmungen und schwülem Wetter heimgesucht. Müssen wir nun mit einer Invasion der Stechmücken rechnen?

Biologin Eva Goris  

Die Unwetter und Überschwemmungen, die es zuletzt in Bayern gab, führen dazu, dass sich auch stehende Gewässer und Schlamm bilden. Für die Mücken ist das ideal, da sie ihre Eier in stehende Gewässer legen. Wenn ein Weibchen 80 bis 200 Eier pro Tag legt, können Sie sich vorstellen, was in zwei Wochen auf uns zukommt. Das schwül-warme Wetter wirkt dabei wie ein Katalysator und treibt die Entwicklung der Brut noch an. Das ist fast wie in den Tropen. Es herrschen perfekte Bedingungen für die Mücken.

Könnte so eine Invasion noch von natürlichen Feinden eingedämmt werden?

Mücken dienen auch Vögeln als Nahrung. Aber es gibt nicht genug Vögel, um das Ausmaß einzudämmen.

Welche Gebiete trifft es besonders?

Alle Überflutungsgebiete werden stark betroffen sein. In fließende Gewässer, etwa während der Flut, können die Mücken keine Eier legen. Aber wenn die Katastrophe nachlässt, werden sich überall Pfützen und größere Wasserflächen auf Wiesen bilden. Erst kommt die Flut, dann die Mücke. Auch die Gebiete, in denen es dauernd geregnet hat, werden betroffen sein.

Wie können wir uns vor den Biestern schützen?

Die Mücken orientieren sich an Düften. Vor allem Schweißgeruch wirkt wie ein Magnet auf sie, wegen der Zersetzungsprodukte wie Buttersäure und Ammonium. Deshalb sollte man sich mit parfümfreier Kosmetik gründlich duschen. Man kann auch Insektenabwehrmittel kaufen, mit denen man sich einreibt. Darin enthalten sind Düfte, die die Mücken eklig finden. Sie setzen sich dann gar nicht auf die Haut und ihren Rüssel nicht an. Es gibt auch Mittel, mit denen man die Kleidung einsprühen kann. Aus der Wohnung kann man die Mücken mit Moskitonetzen fernhalten. Das ist vor allem zu empfehlen, wenn man auf dem Land wohnt.

Spielt auch die Ernährung eine Rolle?

Ja. Auch Kohlendioxid aus der Atemluft zieht die Mücken an. Deshalb empfiehlt es sich, zum Beispiel keinen Reis zu essen. Kohl dagegen schreckt die Tiere ab. Also wenn Sie Mücken anlocken wollen: Essen Sie Reis, parfümieren Sie sich stark und duschen Sie nicht.

Und wann wird die Mückenplage vorbei sein?

Das wir erst mal so weiter gehen. Die Mücken, die sich innerhalb von zwei Wochen entwickeln, vermehren sich ja dann auch wieder. Aber wenn wir eine trockene Phase bekommen, wird es sich normalisieren.

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