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Kurz vor dem Mittleren Ring staut es sich so gut wie jeden Tag auf der A 96. Das Nadelöhr bleibt wie es ist, zwischen Oberpfaffenhofen und Germering wird ausgebaut.

Pendler sind genervt

Hier ist noch bis 2021 Baustelle: Staufalle A 96

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Vor den Toren Münchens ist die A96 am absoluten Limit. Deswegen wird zwischen Oberpfaffenhofen und Germering von vier auf sechs Spuren ausgebaut.

Gilching– Pendler aus dem Landkreis Starnberg stehen seit vergangenem Frühjahr im Stau – so wird es bis 2021 weitergehen. Ob der Ausbau langfristig Abhilfe schafft, ist jedoch unklar.

Jeden Tag macht sich Carina Jung (22) in der Früh von Gilching (Kreis Starnberg) aus auf zu ihrem Arbeitsort gleich beim Hauptbahnhof. Bei der S8 herrscht ihr zu viel Chaos, also setzt sie sich ins Auto. Doch das ist auch keine wirklich bessere Alternative: „Die Fahrt ist schon sehr nervig, gerade im Moment mit der Baustelle auf der A96.“

Denn die Autobahn wird seit dem vergangenem Frühjahr zwischen Oberpfaffenhofen und Germering-Süd von zwei auf drei Spuren auf beiden Fahrtrichtungen erweitert. Dafür verlegen Bauarbeiter immer wieder die Spuren, verengen diese. Schon vorher war die Autobahn am Limit. Jetzt staut es sich noch mal mehr.

So mancher Lebensentwurf ist hier zerstört worden, auf der Staufalle A 96. „Brauchte ein Pendler aus dem Starnberger Landkreis früher eine halbe Stunde in die Stadt, sind es jetzt zu manchen Zeiten eineinhalb“, sagt Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern. Wer vor 15 Jahren in eins der Neubaugebiete im Münchner Umland gezogen ist - mit einem vermeintlich schnellen Weg in die Stadt - blickt jetzt in die Röhre. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Pendlerin Carina Jung fährt jeden Tag von Gilching bis zu ihrer Arbeit beim Hauptbahnhof mit dem Auto.

Denn auch die S-Bahn ist für viele keine bessere Alternative: Verspätungen und Zugausfälle sind an der Tagesordnung. Das Problem: Die Autobahn ist vor den Toren Münchens an ihre Belastungsgrenze gelangt. Fast 100 000 Fahrzeuge befahren die A96 mittlerweile am Tag etwa bei Gräfelfing. Zum Vergleich: Am Autobahnbeginn in Lindau sind es gerade mal um die 31 000. Vor zehn Jahren noch waren es bei Gräfelfing um die 80 000 Fahrzeuge pro Tag, vor 12 Jahren 66 000, weiß Seebacher. Heute sind es an einzelnen Spitzentagen fast 122 000. Der große Sprung entstand, weil 2006 der Westabschnitt des Autobahnrings A 99 zwischen Lochhausen und der A96 fertig wurde. Bis 2025 rechnet die Autobahndirektion nochmal um einen Anstieg des Verkehrs um bis zu 20 Prozent. An den Anschlussstellen Gräfelfing und Freiham ist auf der A96 schon jetzt am meisten los. Doch genau in Freiham soll Münchens gigantischer neuer Stadtteil mit Platz für 25 000 Menschen entstehen. „Die A96 ist massiv vollgelaufen“, sagt Seebacher. Abhilfe zu schaffen, sei schwierig. Die Grundkonzeption für den Münchner Verkehr stamme aus den 1970er-Jahren, da sei man von viel weniger Einwohnern in der Region ausgegangen. „München staufrei zu bekommen, ist im Grunde unmöglich.“ Um etwas gegenzusteuern, wird nun seit Frühjahr 2017 zwischen Oberpfaffenhofen und Germering-Süd die Autobahn erweitert.

Bei Germering hat die Autobahndirektion vergangenes Jahr mit dem Bau eines zur Autobahn hin halb geöffneten Lärmschutztunnels („Galerie“) begonnen. In diesem Frühjahr starten die Arbeiter mit der Gilchinger Galerie. Zunächst ab 5. März mit Vorarbeiten, ab Anfang April beginnt der Bau der Galerie. Alle vier Fahrspuren werden wie in Germering auf die Südfahrbahn verlegt.

Bis 2021 sollen die Arbeiten dauern, sie kosten 100 Millionen Euro. Die Akzeptanz für Bauarbeiten in der Bevölkerung sei nur sehr gering, erzählt Seebacher. Deswegen werden Arbeiten wie die Anlieferung von Asphalt, wenn möglich, nachts verrichtet. Eine Belastung - auch für die Familien der Arbeiter. Zweites Problem: Der Job als Autobahn-Arbeiter ist gefährlich. Schwere Unfälle hatte die Autobahndirektion früher immer wieder zu beklagen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden extrem hochgeschraubt. Nun sind es „nur noch“ etwa 50 geschrottete Warnleit-Anhänger pro Jahr. Sie schotten - an Laster angehängt - die Arbeitenden vom Verkehr ab.

Pendlerin Carina Jung ist jeden Tag mit ihrem Auto mit Hin- und Rückfahrt etwa anderthalb Stunden unterwegs. Je nachdem, wie es läuft. Besonders schlimm sei das Nadelöhr des Autobahnende. Da stehe sie immer. „Und daran wird auch der Ausbau der Autobahn nichts ändern.“

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