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Bischof Walter Mixa wurde Opfer eines Betrügers. Er half ihm "aus Mitleid".

Bischof Mixa Opfer eines Betrügers - Hilfe "aus Mitgefühl"

Ingolstadt - Ein mutmaßlicher Betrüger soll dem früheren Augsburger Bischof Walter Mixa fast 5000 Euro aus der Tasche gezogen haben. Mixa sagte aus, er habe dem Betrüger "aus Mitleid" geholfen.

Ein mutmaßlicher Betrüger soll dem früheren Augsburger Bischof Walter Mixa fast 5000 Euro aus der Tasche gezogen haben - im Prozess vor dem Landgericht Ingolstadt sagte der kirchliche Würdenträger am Donnerstag als Zeuge: „Geholfen habe ich aus der Haltung des Mitgefühls.“ Mixa ist eines der Opfer des 29-Jährigen, der mit Lügengeschichten mehrere Menschen um Geld gebracht hat. Mixa berichtete von Anrufen des Angeklagten im Herbst 2010. Der 29-Jährige gab sich als ehemaliger Messdiener während Mixas Amtszeit als Eichstätter Bischof aus und sagte, er sei unheilbar an Leukämie erkrankt.

Der Druck auf die Tränendrüse verfing ganz offensichtlich bei dem Gottesmann. Mixa überwies einmal 2332 Euro und dann noch einmal 2500 Euro zur Begleichung nicht bezahlter Verbindlichkeiten nach einem angeblichen Autokauf, wie er vor Gericht zu Protokoll gab.

Während der Bischof den Wahrheitsgehalt der traurigen Schilderung des 29-Jährigen nicht hinterfragte, überprüfte er wenigstens dessen Aussage zu den Ministrantendiensten. „Ich halte das durchaus für möglich“, sagte er aus. Das Geld habe er dem jungen Mann aber nur wegen der „tragischen“ Umstände geliehen. Freilich dürfte Mixa die 4832 Euro kaum mehr wiedersehen. Sie sind längst ausgegeben.

Die Vernehmung des prominenten Kirchenmannes dauerte keine zehn Minuten. Bei der Aufnahme der Personalien verzichtete der Vorsitzende Richter Paul Weingartner auf die Frage nach der Tätigkeit Mixas und sagte nur: „Beruf ist bekannt.“ Der 70-Jährige gab sich in der Befragung danach recht wortkarg.

Mixa lebte zur Zeit der Anrufe im schwäbischen Kloster Fünfstetten. Ein halbes Jahr zuvor war er von seinem Amt als Augsburger Bischof zurückgetreten. Er hatte wochenlang massiv unter Druck gestanden, weil er in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen haben soll. Außerdem wurde sein ausschweifender Lebensstil kritisiert. Mit der Masche legte der 29-Jährige laut Anklage neben anderen Opfern auch zwei Nonnen herein. Das Urteil soll am 8. März verkündet werden.

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