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Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann.

Bischof verteidigt Zölibat nach Priester-Suspendierung

Würzburg - Nach der Suspendierung eines katholischen Priesters wegen Missachtung des Zölibats hat der Würzburger Bischof die vorgeschriebene Ehelosigkeit verteidigt.

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Erneut heiratswilliger Pfarrer entlassen

In einem Brief an die betroffene Gemeinde Hammelburg (Landkreis Bad Kissingen) schrieb Friedhelm Hofmann am Mittwoch: “Es kann jemand nicht Priester oder Pfarrer sein, wenn er das nach seiner Weihe gegebene Versprechen nicht mehr einhält.“ Der Hammelburger Pfarrer Michael Sell war in der vergangenen Woche seiner Aufgaben entbunden worden, weil er heiraten will und mit seiner Lebensgefährtin bereits ein Kind hat. Gegen die Suspendierung hatten Gemeindemitglieder teils heftig protestiert, es hatte aber auch Zustimmung gegeben.

Bischof: Kirchenrecht schreibt Suspendierung vor

Wie der Bischof laut Bistumsmitteilung weiter schrieb, hat sich der 37-jährige Sell bei seiner Diakonen- und Priesterweihe vor zehn Jahren freiwillig für die in der römisch-katholischen Kirche geltende Lebensform des Zölibats entschieden. “Er wurde weder dazu gedrängt noch gezwungen.“ Er habe nun keine andere Möglichkeit als die der Suspendierung gehabt, dies schreibe das Kirchenrecht vor.

“Die Lebensform des Zölibats der Priester ist für viele Menschen heute, auch für Gläubige, ein Zeichen des Widerspruchs, manchen vielleicht sogar ein Ärgernis“, räumte Hofmann ein. “Ich halte sie jedoch nicht für überholt und unzeitgemäß, wie es immer wieder betont wird.“ Die gelebte Ehelosigkeit sei keine Wertminderung der Ehe, sondern ein Zeichen für die Ganzhingabe an Gott.

Am Dienstag hatten sich Vertreter der Pfarrgemeinde Hammelburg-Sankt Johannes mit dem Bischof getroffen und die Situation in der Gemeinde erläutert. Am Donnerstag (22. Oktober) soll es auf dem Marktplatz in Hammelburg ein öffentliches Gebet geben.

Sell hat sich nach eigenen Worten für ein Familienleben entschieden, weil er einsam war. In der Sexualität könne er “nichts Unreines sehen, sie ist von Gott gegeben“.

dpa

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