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Bischof Mixa (Archivbild).

Bischof Mixa ist wieder da

Augsburg - Neun Monate lang hat Walter Mixa geschwiegen. Nun meldet sich der ehemalige Augsburger Oberhirte mit einer Vortragsreise und einem Buch zurück, das er zusammen mit einem ehemaligen Bodyguard herausbringen will.

Seit dem Rücktritt war es ruhig um Walter Mixa geworden. Nun will sich frühere Augsburger Bischof mit einer Vortragsreise über Jesus und einem Buch in der Öffentlichkeit zurückmelden. Gemeinsam einem ehemaligen Bodyguard und Besitzer einer Selbstverteidigungsschule im baden-württembergischen Bopfingen plant der 69-Jährige das Projekt.

Kennengelernt haben sich beide durch den Fünfstettener Pfarrer Wolfgang Woppmann, in dessen Pfarrverband Mixa seit Januar lebt. Seit einem Jahr ist der Woppmann Mitglied in der Sportschule des streng gläubigen 40-Jährigen Michael Stahl. “Er hat mich um ein Gespräch mit ihm gebeten“, erzählt der Pfarrer. Daraufhin habe Stahl Mixa zur Adventsfeier seiner Schule eingeladen.

Danach folgte ein Besuch bei Stahls Familie, bei dem auch ein Gespräch der beiden aufgezeichnet wurde. Seit Donnerstag sind die Clips im Internet zu sehen. “Wir haben beide viel erlebt in unserem Leben. Wir haben ein Jahr hinter uns mit viel, viel Dunkelheit“, sagt Stahl zu Beginn des Treffens vor dem heimischen Kachelofen. Damit spielt er auf den Rücktritt des “Skandal-Bischofs“ im Frühjahr 2010 an. Mixa war vor allem wegen der Vorwürfe, er habe in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen, immer mehr unter Druck geraten und schließlich zurückgetreten. Er zog sich danach auf Empfehlung des Papsts aus der Öffentlichkeit zurück.

Benedikt XVI. hatte ihm eine Zeit “des Schweigens, der Sammlung und des Gebets“ empfohlen. Nach Ansicht von Mixas Nachfolger Konrad Zdarsa ist diese Pause noch nicht vorbei und die Rückkehr zu früh. “Bischof Zdarsa ist darüber nicht erfreut“, sagte sein Sprecher am Donnerstag. “Ich wünsche mir persönlich, dass ich wirklich bei allem Auf und Ab des täglichen Lebens, (...) weiter wachse und reife.

Ich bin noch nicht am Ende, sondern ich muss selber noch an mir arbeiten“, betont Mixa in dem Clip. Stahl zitiert aus dem Off den siebenten Bußpsalm. “Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Für mich ist Jesus Christus der Mittelpunkt meines Lebens“, sagt der evangelisch getaufte Ex- Bodyguard über seine Motivation, mit Mixa zusammenzuarbeiten. Der Bischof habe ihn fasziniert. Auch Woppmann unterstützt Mixas Projekt: “Ich bin begeistert von der ökumenischen Initiative und unterstütze sie in geistlicher Weise“.

Für das Buch “Nie allein - und ob wir schon wanderten im finsteren Tal“ will er einen Beitrag schreiben. Der Pfarrer sieht in Mixas Rückkehr kein Problem. “Er ist so frei, wie jeder Ruhestandsgeistlicher auch frei ist - frei zu reisen, frei Messen zu feiern“. Schon seit seinem Einzug in die “Villa Barbara“ habe Mixa Gottesdienste gefeiert, sagt Woppmann. “Soweit ich aus offiziellen Quellen weiß, unterliegt er in keiner Weise einer kirchenrechtlichen Zensur.“ 

Von Katia Rathsfeld

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