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Bischof Müller will die Bezahlung seiner Kollegen neu regeln.

Bischofs-Lohn soll neu geregelt werden

München - Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat eine Diskussion um die Bezahlung von Bischöfen angeregt. Dies sei ein seit langem ungelöstes Problem.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hält eine Neuordnung der Bischofsbezahlung für nötig. Seit der Säkularisation von 1803 sei die Dotierung der Bischöfe ein ungelöstes Problem, sagte der katholische Oberhirte der “Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). “Es sieht so aus, als würden wir vom Staat bezahlt. In Wirklichkeit handelt es sich nur um die Renditen aus den enteigneten Kirchengütern.“

Als erster Bischof geht Müller damit auf die Debatte über die 460 Millionen Euro ein, die dem Bericht zufolge die Bundesländer jedes Jahr an die beiden großen Kirchen überweisen. Müller sagte, es stünden seit 1803 “noch ein paar ungelöste Fragen offen: Die Überführung der staatlichen Dotation der Bischöfe in ein eigenes Besoldungssystem.“ Im Konkordat zwischen Staat und Kirche sei quasi anerkannt worden, dass es sich bei der Säkularisation “um eine Beraubung der Kirchen durch die absolutistischen Fürstenstaaten handelte“.

Müller sagte, ihm wäre es lieber, wenn es einen Ausgleichsfonds gegeben hätte. Auch diese Lösung sei 1924 bei den Konkordatsverhandlungen im Gespräch gewesen. “Mir geht es in erster Linie um die Freiheit der Kirche“, betonte Müller. Die Kirche müsse vom Staat unabhängig sein.

So will Müller auch die Verantwortung für die bayerischen Kirchengebäude, die bisher beim Staat liegt, wieder zur Aufgabe der Kirche machen. Für die Erhaltung der Gebäude müsse eine Kirchenstiftung errichtet werden. Zuständig für eine Änderung des Konkordats wären der Heilige Stuhl und der Freistaat Bayern. “Ich denke, in fünf Jahren kann man das ordentlich hinbekommen“, meinte Müller.

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