Bistum Augsburg: Menschenkette aus Protest

Augsburg - Im Zuge einer Reform sollen im Bistum Augsburg 1000 Gemeinden auf 200 reduziert werden. Die Gläubigen wollen ihren Unmut mit einer Menschenkette kund tun. Die Kirche versteht die Aufregung nicht.

Wegen der geplanten Reform im Bistum Augsburg regt sich unter den Katholiken in Schwaben immer mehr Unmut. Die Initiative „Heute Kirche sein“ ruft die Gläubigen dazu auf, im Anschluss an die Gottesdienste am zweiten Fastensonntag (4. März), eine Menschenkette um ihre Kirche zu bilden. Unter dem Motto „Kirche umarmen“ solle symbolisch an den Gotteshäusern auf dem Land festgehalten werden. Einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung am Donnerstag bestätigte der Regionaldekan Ostallgäu und Mitinitiator, Reinhold Lappat. Die Reformpläne sehen vor, dass die derzeit rund 1000 Pfarrgemeinden im Bistum Augsburg bis 2025 auf etwa 200 reduziert werden sollen.

„Wir haben die Sorge, dass gerade auf dem Land mit der Kirche eine tragende Säule der Gesellschaft wegbrechen könnte“, sagte Lappat. Wer zu den Gottesdiensten weit fahren müsse, lasse dies möglicherweise bald sein. „Heute Kirche sein“ war im Zuge der Affäre um den ehemaligen Augsburger Bischof Walter Mixa von Priestern und Laien gegründet worden.

Das Bistum wies die Kritik an der Reform als unbegründet zurück. „Die Heilige Messe mit der Eucharistiefeier am Sonntag soll zwar immer an einem Ort garantiert sein“, betonte Bistumssprecher Markus Kremser am Donnerstag auf Anfrage. Die weiteren Sonntagsmessen sollen jedoch an anderen Orten abgehalten werden. Ausschließlich zentrale Gottesdienste werde es nicht geben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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