Bittere Pille für Medizin-Studenten

München - Angehende Medizin- und Pharmazie-Studenten müssen 2011 eine bittere Pille schlucken: Obwohl der Freistaat wegen des doppelten Abitur-Jahrgangs kräftig in die Hochschulen investiert, sind die sogenannten NC-Fächer davon ausgeschlossen.

Lisa (18) aus dem Landkreis Ebersberg hat einen Traum: Tiermedizin will die G 9-Schülerin studieren – und das möglichst schnell. Am 2. Mai wird sie ihr Abiturzeugnis erhalten, noch im Sommersemester würde sie gerne starten. Das geht aber nicht, weil die Numerus-Clausus-Fächer Medizin, Tier- und Zahnmedizin sowie Pharmazie nur im Wintersemester beginnen.

Das ist aber nicht der einzige Fallstrick. Der Freistaat schafft zwar extra für das Doppel-Abi 38 000 neue Studienplätze und investiert bis 2013 eine Milliarde Euro für zusätzliches Personal. Die NC-Fächer erhalten indes kein Geld und kein zusätzliches Personal, wie das Wissenschaftsministerium bestätigt. „Wir würden uns mehr wünschen und haben versucht, etwas zu erreichen, aber leider ohne Erfolg“, sagt Sprecherin Christa Malessa. Knapp 1600 Medizin-Studienanfängerplätze gibt es bayernweit – und dabei wird es bleiben.

„Bei der Ausbauplanung wurden alle NC-Fächer ausgeschlossen“, heißt es auch aus der Pressestelle der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Es bleibe in etwa bei der Studienanfängerzahl des zurückliegenden Wintersemesters. 2009 begannen 882 Studenten an der LMU ein Medizin-Studium, 62 in Zahnmedizin, 291 in Tiermedizin und 76 in Pharmazie. Mehr würden es auch im Wintersemester 2011/12 nicht werden – trotz doppelten Abitur-Jahrgangs. „Für Medizin-Studenten verschlechtern sich die Bedingungen“, sagt auch der Bundesvorsitzende des Philologenverbands, Hans-Peter Meidinger.

Dirk Walter

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