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Hitze lässt Blaualgen-Wachstum in Bayerns Seen explodieren: „Es besteht Lebensgefahr für Hunde“

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Von: Katarina Amtmann

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Blaualgen + Hund
Für Hunde können Blaualgen lebensgefährlich werden. © IMAGO / Cord / HMB-Media (Collage: Merkur.de)

Das Blaualgen-Wachstum in Bayerns Seen explodiert aufgrund der Hitze. Für Tiere kann das lebensgefährlich sein. Alle Informationen zu Symptomen und Prävention.

München - Der Sommer 2022 ist heiß, Hitzewelle reihte sich an Hitzewelle. Abkühlung gab es bisher kaum. Das kann nicht nur für Menschen gefährlich werden. Eine 22-Jährige ließ den Hund ihres Vaters bei 30 Grad im Auto zurück. Die heruntergelassenen Fenster reichten nicht aus, der Rottweiler starb.

Die warmen Temperaturen lassen auch das Wachstum der Blaualgen „explodieren“, berichtet PETA in einer Pressemitteilung. In Bayern wurden deshalb bereits mehrere Seen für Badegäste gesperrt. Aber auch für Tiere bergen Blaualgen Gefahren.

Zahlen in Bayern explodieren: Blaualgen „hochgefährlich für Menschen und Tiere“

Blaualgen sind gar keine Algen, „sondern sogenannte Cyanobakterien, die grundsätzlich in sehr niedriger Konzentration in allen Gewässern vorkommen“, erklärt die Tierschutzorganisation. „Wenn sich die Bakterien allerdings massenhaft vermehren und durch die erhöhten Temperaturen und Sonneneinstrahlung giftige Substanzen ins Wasser absondern, sind sie hochgefährlich für Menschen und Tiere“, so die Warnung.

Jedes Jahr würden Hunde sterben, weil sie aus belasteten Gewässern getrunken oder in ihnen gebadet haben. Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA, erklärt deshalb in der Pressemitteilung, wie Blaualgen zu erkennen sind, wie sich eine Blaualgenvergiftung auswirkt und welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten.

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Badeverbot im Freistaat? Blaualgen-Alarm in bayerischen Gewässern

Blaualgen können für Tiere tödlich sein: PETA gibt Tipps, worauf zu achten ist

„Sind stehende Gewässer grünlich-trüb oder haben einen schleimig-grünen Film, dürfen Tiere das Wasser weder trinken noch in ihm schwimmen“, erklärt die Expertin. „Der in Blaualgen befindliche Giftstoff kann eine schwere Leberzerstörung oder ein Leberversagen hervorrufen. Im schlimmsten Fall können Vierbeiner an einer Cyanobakterien-Vergiftung sterben.“

Blaualgen: PETA gibt Tipps

Auf Badeverbote achten: Hunde, die gerne schwimmen, sind besonders gefährdet. Viele Gemeinden warnen Badegäste, wenn Gewässer eine hohe Konzentration von Blaualgen erreichen oder verbieten das Betreten der Badestellen komplett.

Genau prüfen: Auch wenn keine offizielle Warnung ausgesprochen wurde, sollten Menschen mit Tieren Gewässer im Sommer ganz genau auf einen Blaualgen-Befall überprüfen und das Wasser im Zweifelsfall nicht betreten. Neben grünen Schlieren oder einem grün-blauen Teppich auf dem Wasser sind der Geruch nach Ammoniak, verfaulten Eiern und Gülle Alarmsignale.

Andere Gassirunden einlegen: Damit die Tiere gar nicht erst in Versuchung kommen, ist es ratsam, die Spaziergänge für die Zeit der sogenannten Blaualgen-Blüte (rasante Vermehrung der Bakterien), die zu besonders sonnigen und warmen Tagen ab 30 Grad Celsius stattfindet, abseits von stehenden Gewässern zu erledigen.

Hunde anleinen: Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Menschen mit Hund die Vierbeiner im Sommer in der Nähe von Seen, Teichen und langsam fließenden Flüssen und Bächen immer anleinen.

Hunde nach dem Bad in Gewässern abwaschen: Auch über das Fell können Blaualgen beim Putzen von Tieren aufgenommen werden. Deshalb müssen Hunde nach einem Bad im See, Teich oder Tümpel unbedingt gründlich mit klarem Wasser abgespült werden.

Immer frisches Wasser dabeihaben: Menschen mit Hund sollten bei Spaziergängen grundsätzlich eine Flasche mit frischem Wasser dabeihaben, um dem Tier vor allem an heißen Tagen Abkühlung und etwas zu trinken anzubieten oder im Zweifelsfall das Fell kurz abzuspülen.

Blaualgen-Vergiftung: Die Symptome bei Tieren

Peta erklärt auch, auf welche Symptome man bei einer Blaualgen-Vergiftung achten muss.

Blaualgen in Bayerns Seen: Tieren droht Vergiftung - „es besteht Lebensgefahr“

„Sobald der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, muss umgehend eine tierärztliche Praxis aufgesucht werden – es besteht Lebensgefahr“, so die deutliche Warnung der Tierschützer.

Für Katzen, Pferde und Vögel ist eine Vergiftung mit Blaualgen ebenfalls brandgefährlich. „Haben sich die Tiere erstmal vergiftet, ist der Krankheitsverlauf dramatisch und endet in vielen Fällen tödlich.“ Bei Menschen kann eine hohe Konzentration an Cyanobakterien zu schweren Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Hautausschlägen oder Atemnot führen. (kam)

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