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Was Polizei und Psychologen sagen

Blitz-Marathon: Was bringt die Raser-Jagd?

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München - Blitzmarathon am Donnerstag: Die Polizei macht einen ganzen Tag lang Jagd auf Raser - die sich vorher genau erkundigen können, wo sie auf die Bremse steigen müssen. Wie sinnvoll ist so eine Kontrolle mit Ansage?

Rasen ist im Freistaat die Unfallursache Nummer eins. 2013 kamen deshalb 200 Menschen ums Leben, mehr als 10 000 wurden verletzt. Darum betont das Innenministerium mit extra viel Nachdruck, dass die Blitzer-Aktion nicht als Abzocke, sondern als präventive Maßnahme gedacht ist. Die Standorte der Blitzer stehen schon lange im Netz.

Allerdings scheint das die Verkehrsteilnehmer nicht in jedem Fall zur Vorsicht zu bewegen. 2013 wurden in Bayern 6700 Raser erwischt. Während einige Präsidien den Verkehrsteilnehmern mehr Vorsicht attestierten, machte Andreas Aigner, Dienststellenleiter der Polizei Grünwald, die gegenteilige Erfahrung: „Die Leute fahren genauso, als hätte man sie nicht gewarnt.“

Der Faktor "Kontrollillusion"

Ulrich Chiellino, Verkehrspsychologe beim ADAC, erklärt sich das mit dem „Faktor Kontrollillusion“. Viele glauben, dass es sie ohnehin nicht erwischt. Allerdings hält er die Aktion trotzdem für sinnvoll, vor allem für jene, die sich auf die Blitzer einstellen. „Man stellt fest: Ich kann regelkonform fahren und komme trotzdem pünktlich zur Arbeit.“ Wie nachhaltig die Einsicht wirkt, ist eine andere Frage.

In Bayern läuft der Blitzmarathon, anders als in den übrigen Bundesländern, eine ganze Woche und endet am 25. September. In dieser Zeit wollen die Beamten insgesamt mehr als 2000 Stellen überprüfen. Die Messpunkte hat das Innenministerium auf Vorschlag der betroffenen Polizeipräsidien festgelegt. Meist sind es Unfallschwerpunkte, oft dieselben wie im vergangenen Jahr.

In Grünwald zum Beispiel ist es eine Kurve an der Staatsstraße 2572, direkt am Pullacher Berg, wo es vor einiger Zeit gehäuft zu Unfällen gekommen ist, wie Aigner sagt. An dieser Stelle gilt Tempo 30. „Trotzdem gibt es welche, die mit ihrem Sportwagen 60 oder mehr fahren.“ Schon darum hält Aigner den Blitzmarathon „für eine sinnvolle Geschichte zur Verbesserung der Verkehrssicherheit“. Neben den Polizeidienststellen müssen am Donnerstag übrigens auch andere heftig ackern. Eine Übersicht über die Kontrollstellen in allen bayerischen Regierungsbezirken in Tabellenform gibt es beim Innenministerium. Autofahrer müssen aber auch an anderen Stellen mit Geschwindigkeitsüberwachungen rechnen, heißt es von der Behörde.

Die Kontrollstellen zeigt unsere Karte:

Zum Beispiel die Mitarbeiter des Hamburger Unternehmens „Blitzer.de“, das Autofahrer per App vor Radarfallen warnt. Der Blitzmarathon ist in der Firmenzentrale Großkampftag. Vor einem Jahr stiegen die Zugriffe auf die App um 300 Prozent. „Zu den Stoßzeiten waren 20 000 Leute gleichzeitig online“, sagt Sprecher Sebastian Knop. Die Server, das steht für ihn fest, werden auch diesmal heiß laufen. Besser so als anders. Den Negativ-Rekord des vergangenen Jahres hält ein Autofahrer, der auf der B 173 im Kreis Hof unterwegs war – und zwar knapp 100 km/h zu schnell.

Marcus Mäckler

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