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Auf der A99 Richtung Stuttgart kam ein Lkw ins Rutschen und prallte in die Leitplanke.

Vorsicht Blitzeis! Stürze und Unfälle in ganz Bayern

München - Überfrierende Nässe und das Tauwetter haben die Straßen und Gehwege in München und Bayern an vielen Orten in glatte Eisflächen verwandelt und zu zahlreichen Unfällen geführt.

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Die milden Temperaturen haben in Deutschland zu gefährlichem Glatteis geführt, so der Deutsche Wetterdienst. Nicht nur durch das Tauwetter waren Straßen und Gehwege zu einer rutschigen Eisfläche geschmolzen. Durch den Regen kam es zu überfrierender Nässe und damit zu gefährlichem Blitzeis.

Auf der A 99 bei Neuherberg (Gemeinde Oberschleißheim) schlitterte ein Lkw aufgrund der Eisglätte in die Mittelleitplanke und stellte sich quer. Der Fahrer wurde verletzt, die A 99 Richtung Stuttgart war ab 8.30 Uhr bis 10.45 Uhr gesperrt. Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Garching und Oberschleißheim sowie der Berufsfeuerwehr München rückten an – und mussten selbst sehr vorsichtig fahren.

Die Feuerwehr zog den Lkw mit der Seilwinde ihres Rüstwagens aus der Leitplanke. Das Abschleppen des Sattelzugs übernahm ein Bergungsunternehmen. Um 10.45 Uhr konnte die Polizei die A 99 wieder frei geben. Bis dahin hatte sich ein gewaltiger Rückstau gebildet, auch auf der A 9 und in Foge auf der Bundesstraße 471. 

Bilder vom Unfall auf der A99

Blitzeis auf A99: Totalsperre nach Lkw-Unfall

Auf spiegelglatten Fahrbahnen kam es zu einer ganzen Serie von Unfällen auf der A 9 bei Garching und der A 99. Nach ersten Erkenntnissen wurde ein Autofahrer verletzt, ansonsten blieb es bei Blechschäden.

Unfälle und Stürze in München - Annulierungen am Flughafen

Nach Angaben der Münchner Feuerwehr kam es zwischen 7 und 10 Uhr morgens zu rund 50 Einsätzen. Sämtliche Rettungswagen und Notarztwagen der Berufsfeuerwehr München waren pausenlos im Einsatz, um verunglückte und gestürzte Fußgänger oder Radfahrer zu versorgen. Von Hilfsorganisationen und aus dem Bereich des Krankentransportes wurden elf zusätzliche Rettungsfahrzeuge bereitgestellt. Die Feuerwehr kam "mit allem was Räder hat" zur Hilfe, so ein Sprecher. Zwischen 7 und 10 Uhr morgens kam es zu 46 Autounfällen im Stadtgebiet München, so die Polizei.

Am Münchner Flughafen mussten aufgrund der Wetterbedingungen sieben Flüge annuliert werden. Und auch der Verkehr auf den Autobahnen rund um München blieb von der Eisglätte nicht verschont. Auch hier kam es zu Unfällen.

In Dachau war der leichte Regen am Donnerstagmorgen bei fast null Grad auf die noch kalten Straßen getröpfelt und in Sekundenschnelle gefroren. Die Fahrbahnen verwandelten sich zu spiegelglatten Eisflächen. Dutzende von Autofahrern hatten bei Bremsvorgängen kein Chance, rutschten einfach weiter - gegen Bäume, Straßenbegrenzungen oder andere Autos. Aber auch Fußgänger rutschten durch die Gegend, hier musste vielfach ärztliche Versorgung in Anspruch genommen werden. Wer es bis zum S-Bahnhof geschafft hatte, musste aber auch mit Verzögerungen rechnen. Eine Signalstörung am Ostbahnhof war offenbar der Grund.

In Freising kam es zu insgesamt 20 Unfällen. Neun ereigneten sich in Freising Stadt, auf den umliegenden Straßen kam es zu elf Unfällen. Auch dort blieb es glücklicherweise größtenteils bei Blechschäden. 

Im nördlichen Bereich des Landkreises Landsberg am Lech ereigneten sich insgesamt neun Unfälle aufgrund der überfrierenden Nässe. Drei Personen wurden leicht verletzt.

Zahlreiche Unfälle in Bayern

Auch im restlichen Bayern kam es nach Polizeiangaben zu zahlreichen Unfällen, zum Teil mit schwerverletzten Opfern. Ein Schwerpunkt in Schwaben waren die Landkreise Aichach-Friedberg und Augsburg. Dort ereigneten sich den Angaben zufolge in den Morgenstunden mehr als 100 Unfälle. “Die Zahlen sind absurd stark angestiegen“, sagte ein Polizeisprecher. Nicht nur Autofahrern machte die Glätte zu schaffen. Eine 20 Jahre alte Fußgängerin erlitt in Augsburg bei einem Sturz schwere Becken- und Rückenverletzungen.

Wetteraussichten

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in München können die Straßen auch in der Nacht zum Freitag stellenweise wieder gefährlich glatt werden. Tagsüber soll es wechselhaft bleiben mit Regen, sonnigen Abschnitten und Tageshöchstwerten zwischen einem und sieben Grad. Am wärmsten werde es in den Alpentälern, wo sich am häufigsten die Sonne zeige. Ab Samstag wird es dann in ganz Bayern wieder kälter, lautet die Prognose der Meteorologen. Es soll auch wieder schneien.

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