Eine Woche wird geblitzt

Achtung Raser: Bald ist wieder Blitz-Marathon

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München – Achtung Autofahrer, Blitzattacke: In wenigen Wochen ist es wieder soweit. Dann wird die bayerische Polizei besonders intensiv Rasern auf der Spur sein.

Blitzattacke zum dritten: In sechs Wochen ist es wieder soweit. Vom 16. bis 23. April wird die bayerische Polizei wieder besonders intensiv Rasern auf der Spur sein. Bayern beteiligt sich am so genannten Blitzmarathon, der am 16. und 17. April sogar europaweit in wahrscheinlich 21 europäischen Staaten stattfindet. Auch Bayerns direkte Nachbarn Österreich, Schweiz und Tschechien haben zugesagt, an diesen Tagen verstärkt Jagd auf Raser zu machen. Die Aktion war ursprünglich von Nordrhein-Westfalen initiiert worden, dort findet der Marathon schon zum achten Mal statt.

Wie schon im Vorjahr wird der Blitzmarathon in Bayern auf eine ganze Woche ausgedehnt. „Wir hatten sehr gute Erfolge“, begründet der Sprecher im Innenministerium, Michael Siefener, den „Blitzmarathon 2015“. In der dritten Septemberwoche 2014 waren fast 900 000 Radarkontrollen durchgeführt worden. Die Polizei erwischte mehr als 26 000 Temposünder – wobei der traurige Spitzenreiter, ein Motorradfahrer auf der B 533 bei Hengersberg in Niederbayern, satte 97 km/h zu schnell war. Es erhielt eine Geldbuße und drei Monate Führerscheinentzug.

Im Prinzip wird es 2015 genau so ablaufen wie 2014: 1500 Polizisten werden mit Laserpistolen und mobilen Radaranlagen Tempoverstößen nachgehen. „Wir werden alle Messstellen vorher ankündigen“, sagt Ministeriumssprecher Siefener. Es sei zu erwarten, dass zumindest während der Blitzwoche die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer deutlich sinken werde. Ganz besonders intensiv wird während der ersten 24 Stunden geblitzt: 1000 Messstellen wird es geben.

Deutlich gebremst ist der Eifer Bayerns hingegen beim Ausbau von stationären Blitzern. Es gibt, wie die Zeitschrift „autor, motor und sport“ kürzlich berichtete, nur 85 derartige Anlagen im gesamten Freistaat. In Baden-Württemberg sind es 1102. Das Innenministerium verteidigt sich. Stationäre Anlagen seien „wenig sinnvoll, weil sie nach einer Woche jeder kennt“. Besser seien flexible Messungen.

Der Blitzmarathon ist eine Maßnahme unter vielen im Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm, das 2013 verabschiedet wurde: Bis 2020 soll die Zahl der Unfalltoten auf unter 550 pro Jahr gesenkt werden. „Wir sind auf einem guten Weg, das zu erreichen“, meint Siefener. 2014 starben noch 619 Menschen auf Bayerns Straßen, bei 193 dieser Unfälle spielte überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle.

In dem Verkehrssicherheitsprogramm wird ein breites Maßnahmenpaket aufgelistet: zum Beispiel die Überprüfung von Ampelschaltungen zu Gunsten älterer und behinderter Menschen; die Ausweitung von Verkehrssicherheitstrainings, die Erprobung einer dynamischen Beschilderung auf Landstraßen, die Ergänzung des Straßennetzes mit Querungsstellen für Radfahrer oder auch der Aufbau eines Lkw-Parkleitsystems an der A 9 München-Nürnberg.

Ein besonders umstrittener Vorschlag in der Liste ist indes die Aktion „Fehlerverzeihender Seitenraum“ längs der Straßen, worunter die „Beseitigung von Hindernissen im Seitenraum wie z. B. Bäumen“ verstanden wird. Der CSU-Umweltpolitiker Josef Göppel befürchtet den Kahlschlag der letzten bayerischen Alleen (wir berichteten).

Ministeriumssprecher Siefener erklärte, die Baum-Beseitigung sei „nur ein Unterpunkt“ in der großen Liste zur Verbesserung der Verkehrssicherheit „und sicher nicht die alles entscheidende Maßnahme“.

Rubriklistenbild: © dpa

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