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Bitte anhalten: Fast 9000 Temposünder sind der bayerischen Polizei beim Blitzmarathon ins Netz gegangen.

Bilanz der Polizei

9000 Temposünder beim Blitzmarathon erwischt

Ganz genau unter Beobachtung standen Auto- und Motorradfahrer in Bayern beim Blitzmarathon 2017 am Mittwoch. Wer den Fuß nicht vom Gas nahm, tappte vielerorts gnadenlos in die Tempofalle.

München – Aus dem Verkehr gezogen wurde ein Baden-Württemberger (42), der mit seinem BMW mit Tempo 181 über die B 16 bei Weichering (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) brauste – es galt Tempo 100. Damit ist er bayerischer Spitzenreiter. Ihm drohen 1200 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg.

Geblitzt wurde er an einer der über 1900 Messstellen, die im Rahmen der Aktion 24 Stunden lang aufgebaut waren. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete eine solche Fahrweise als unverantwortlich. „Das ist lebensgefährlich, für sich und andere im Straßenverkehr“, sagte er gestern bei der Bilanz zum Blitzmarathon. 195 und damit ein Drittel aller tödlichen Unfälle haben 2016 Raser verursacht. 215 Personen starben – 38 mehr als 2015.

Blitzmarathon 2017 aus psychologischer Sicht sinnvoll

Kontrolliert wurden beim Bayerischen Blitzmarathon 2017 zwar nicht nur Temposünder. Doch obwohl die Aktion goß angekündigt war, hat die Polizei rund 9000 Raser geschnappt. Spitzenreiter im Raum München war ein Mercedesfahrer (52) aus dem südlichen Münchner Landkreis, der in Taufkirchen 131 statt der erlaubten 80 Stundenkilometer fuhr. Einige Autofahrer sind wegen der Warnung aber auch gezielt langsamer gefahren. „Jede Aktion, die Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisiert, den Fuß vom Gas zu nehmen, ist sinnvoll – egal ob angekündigt oder nicht“, sagt Nina Wahn, Verkehrspsychologin beim ADAC. „Viele Autofahrer rasen auf den Straßen, die sie oft nutzen“, sagt Wahn. Und durch diese Routine würden sie weniger darauf achten, ob Schulen oder andere Gefahrenstellen in der Nähe sind. Doch sobald Fehlverhalten bestraft wird, denken Autofahrer über ihr Verhalten auf der Straße nach, sagt die Verkehrspsychologin. „Daher kann ein Blitzmarathon Anstoß dafür sein, dass Autofahrer langfristig vom Gas gehen.“

Platz zwei auf der Liste der Verkehrssünder belegt ein österreichischer Mercedesfahrer. Er wurde geblitzt, als er mit Tempo 178 auf der A 3 bei Sinzing (Kreis Regensburg) durch eine 100er-Zone raste. Ihm drohen nun ein dreimonatiges Fahrverbot in Deutschland sowie 600 Euro Bußgeld.

Bei Probefahrt in Radarfalle geraten – Pflegerin verliert Führerschein 

Für einen Monat muss eine 32-jährige Pflegerin auf ihren Führerschein verzichten. Sie hatte sich bei einem Autohaus einen Wagen für eine Probefahrt ausgeliehen. Bei Furth im Wald im Landkreis Cham geriet sie in eine Radarfalle und anstatt der erlaubten 60 zeigte das Messgerät stolze 120 Stundenkilometer an.

„Einige fahren trotz Blitzmarathon einfach aus Unwissenheit zu schnell“, sagt Nina Wahn. Allerdings würden viele Autofahrer auch von der Illusion getrogen, „dass sie schon nicht erwischt werden“, erklärt die Verkehrspsychologin.

Davon ging wohl auch der Chrysler-Fahrer (28) aus, der am Mittwochabend mit Tempo 102 – und damit doppelt so schnell wie erlaubt – durch Freising brauste. Das kommt ihn nun teuer zu stehen: 280 Euro Bußgeld, zwei Monate Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg.

Regina Mittermeier

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