Blow Ups

Noch zehn Jahre Hitzeschäden auf den Autobahnen?

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München - Die hohen Temperaturen zusammen mit starker Sonneneinstrahlung sind Gift für Bayerns Straßen. Obwohl sich die Schäden der letzten Wochen in Grenzen halten, ist auf einigen Autobahnen noch viel zu tun. Ein Überblick.

Juni 2013: Es passiert innerhalb weniger Sekunden. Die Betondecke auf der A 93 bei Abensberg (Lkr. Kelheim) bricht auf. Ein paar Autos tragen leichte Schäden davon. Nur Augenblicke danach übersieht ein 59-jähriger Motorradfahrer den Blow up. Er prallt gegen die Leitplanke, zieht sich schwerste Brustverletzungen zu. Kurz darauf ist er tot.

Die hohen Temperaturen zusammen mit starker Sonneneinstrahlung sind Gift für Bayerns Straßen. „Vor allem in Südbayern“, sagte Siegfried Scheuer, Ministerialrat im Innenministerium, gestern im Wirtschaftsausschuss des bayerischen Landtags. Blow ups entstehen, wenn sich die Betonplatten bei großer Hitze ausdehnen und aufeinander schieben. Es dauert oft nur Sekunden, bis sie aufplatzen.

Trotz des Hitzeschubs in der vergangenen Woche hielten sich die Schäden aber in Grenzen. Nur auf der Deggendorfer Autobahn (A 92) kam es zu leichten Abplatzungen, der Vorstufe von Blow ups. Das liegt daran, dass die Autobahnmeistereien ganze Arbeit geleistet haben: Alle 380 bis 400 Meter wurden auf der A 92 Asphaltstreifen in die Straße eingebracht – die Betonplatten können sich so besser ausdehnen. Ein Problem entsteht aber dabei: Auf dem Asphaltstreifen bilden sich Wülste. Dann müssen die Meistereien ran und abfräsen.

Auf einigen Strecken ist noch viel zu tun. Die Situation auf der Passauer Autobahn (A 3) hat sich gebessert, anders sieht es auf den A 92, der Regensburger Autobahn (A 93) und in Teilabschnitten die Autobahn München-Passau (A 94) aus. Der Plan ist jetzt, die Bauarbeiten auf der A 3 „mit Tempo“, wie Scheuer sagt, abzuschließen. Bis 2018 soll das dauern. Die anderen Strecken werden parallel ausgebessert. Die Verwaltung geht aber davon aus, dass es bei den Autobahnen 92 und 93 noch bis zu zehn Jahre dauern wird. Damit war der Ausschussvorsitzende Erwin Huber (CSU) nicht einverstanden: „Das ist mir entschieden zu lang.“ Bernhard Roos (SPD) stimmte zu: „Das muss schneller gehen, im Interesse der Sicherheit.“

Bis dahin gelten bei hohen Temperaturen Warnstufen: „Ab 28 Grad informieren wir die Bevölkerung über das Radio“, sagt Scheuer. Bei zwei Grad mehr gilt die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. 2014 musste die Geschwindigkeit nur sieben Mal im ganzen Sommer gedrosselt werden. Heuer mussten die Autofahrer schon acht Mal wegen Blow up-Gefahr auf die Bremse treten. Es sind gerade Motorradfahrer, die ständig Begrenzungen missachten, sagte Huber – obwohl die Fahrbahnschäden für sie am gefährlichsten seien.

„Momentan wird ein Konzept entwickelt“, sagt Scheuer. Darin steht, wie das weitere Vorgehen auf den Autobahnen aussieht. Kein Beton mehr? Da ist sich Scheuer unsicher, gibt aber zu bedenken: „Betonplatten haben jetzt schon 30 bis 40 Jahre gehalten. Asphalt hält nur zehn bis 15 Jahre.“ Außerdem seien die neuen Betonplatten besser – weil sie rund sieben bis neun Zentimeter stärker sind.

Rubriklistenbild: © dpa

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