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Mehrere Jäger entdeckten schon vor Monaten Spuren eines Wolfs.

Die Blutbestie von Imsterberg

Imsterberg - Schon zum Feierabend dunkelt es, mit dem Untergang der Sonne zieht der Nebel auf. Kühe und Schafe, die noch vor ein paar Wochen auf den Almen grasten, sind schon längst ins Tal gebracht worden.

Auch in Imsterberg im Tiroler Oberland, keine 25 Kilometer Luftlinie vom Allgäu und Oberbayern entfernt, sind die Tiere ins sichere Tal gewandert. Bauer Stefan Sch. versorgt nun in Talnähe seine Steinschafe, die ihm ans Herz gewachsen sind. Sie dürfen wie im Sommer auf der Alm auf dem Venetberg frei am Hang herumlaufen. Doch sie wissen wie der Bauer nicht, dass sie hier einem Raubtier ausgeliefert sind. Einer Bestie, die gnadenlos Jagd auf sie macht und sich in einen wahren Blutrausch beißt!

Imsterberg liegt im oberen Inntal, keine 25 Kilometer Luftlinie von Bayern weg. Ein Tier biss hier sieben Schafe tot.

Dienstagvormittag: Landwirt Stefan Sch. sucht am Morgen nach den Viechern, und er macht eine Entdeckung, die ihn zugleich traurig wie wütend macht: Sieben Kadaver liegen am Boden, sechs Tiere sind verschwunden, vielleicht sind sie in Panik auf den Berg geflüchtet. Nur neun Schafe haben das Massaker überlebt. Doch was steckt dahinter? Der Amtstierarzt stellt tiefe Wunden an Rücken, Bauch und Hals fest. Nach der ersten Beschau kommt er zu dem Schluss: „Das sind Bissspuren, die einem hundeähnlichen Tier in der Größenordnung eines Bernhardiners zuzuschreiben sein könnten.“ Um die Kadaver gibt es große Pfotenabdrücke.

Der Bürgermeister des Dorfs, Alois Thurner, kann derzeit zu dem Fall nur eines mit Sicherheit sagen, denn diese Spurenlage wurde abgeklärt: „Ein Bär ist es nicht. Das wurde bereits untersucht.“ Schließlich gab es unter den Bürgern bereits Spekulationen, dass ein Braunbär aus dem Stubaital, Brunos Halbbruder MJ4, sich bis ins Inntal vorgewagt haben könnte. Doch dies trifft in diesem Fall nicht zu. Thurner: „Wir glauben eher, dass ein Wolf hinter dem Angriff auf die Schafe stecken könnte – vermutlich ein Einzelgänger.“

Vor Monaten hätten in der Gegend auch einige Jäger Spuren des einsamen Raubtiers entdeckt. Mittlerweile klären Experten, was die unbekannte Bestie sein könnte. Wenn es wirklich ein Wolf ist, wird es im Inntal über den Winter noch mehr Opfer geben.

M. Christandl

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