Blutiger Nachbarschaftsstreit - Anklage wegen Doppelmord

Mainburg - Nach einem tödlichen Nachbarschaftsstreit im niederbayerischen Mainburg (Landkreis Kelheim) ist ein Familienvater wegen Doppelmordes angeklagt worden.

Der Mann soll im Sommer vergangenen Jahres nach einem länger anhaltenden Streit wegen Ruhestörungen einen 66-Jährigen und dessen 72 Jahre alte Ehefrau mit einem Küchenmesser umgebracht haben. Die Ermittler bewerten die Bluttat als heimtückisch. Deshalb sei Anklage wegen Mordes in zwei Fällen erhoben worden, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel am Montag. Der Termin für den Prozess vor dem Regensburger Landgericht steht noch nicht fest.

Die beiden Opfer und der Täter wohnten gemeinsam in einem Zweifamilienhaus. Der Beschuldigte lebte mit seiner Frau und zwei Kindern in der Wohnung im Erdgeschoss, das getötete Ehepaar in der darüberliegenden Etage. Zwei Jahre lang war es nach Angaben der Ermittler immer wieder zu Streit zwischen den Nachbarn gekommen. Die vierköpfige Familie warf dem Rentnerpaar vor, andauernd Krach zu machen.

An einem Sonntagnachmittag im Juli 2008 kam es dann vor dem Haus wegen einer weiteren Ruhestörung zu der Auseinandersetzung, bei der der 35-Jährige laut Polizei die Eheleute zur Rede stellte und schließlich das Messer mit einer elf Zentimeter langen Klinge zückte. Der 66-Jährige starb noch am Tatort. Die 72-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert, etwa zwei Stunden nach dem Angriff erlag auch sie ihren schweren Stichverletzungen. Der 35-Jährige ging unmittelbar nach dem blutigem Streit mit dem Messer zur Mainburger Polizeiwache und stellte sich.

dpa


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