Blutiger Streit zwischen Obdachlosen

Nürnberg - Wie im Rausch stach der Täter mit einer Lochzange auf sein Opfer ein. Das Verbrechen wurde auf Video aufgezeichnet. Der Film zeigt die Tat in ihrer ganzen Brutalität.

Das Nürnberger Schwurgericht hat den Täter wegen versuchten Mordes zu elf Jahren Haft verurteilt. “Man hat selten ein Kapitalverbrechen, das so gut dokumentiert ist. Denn man hat einen Videofilm, der die Tat in ihrer ganzen Brutalität zeigt“, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung.

Der mehrfach vorbestrafte Mann war im Mai 2009 in einer Fürther Bank auf sein 58 Jahre altes Opfer losgegangen. Der Obdachlose überlebte schwer verletzt, ein Auge erblindete. Zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte - auch er ein Obdachloser - die Tat gestanden.

Mit einem Lochstecher attackiert

Der 55-Jährige hatte sein Opfer schon einmal mit einem Lochstecher attackiert. Bei dem Vorfall im Mai 2009 griff er den 58-Jährigen an, als dieser sich gerade zum Schlafen im Vorraum der Bank hingelegt hatte. Er packte sein dösendes Opfer am Schopf und stach vier Minuten lang auf dessen Kopf ein. Den Lochstecher ließ der Täter im Auge stecken, als er die Bank verließ. Der Verletzte zog sich die 4,5 Zentimeter lange Spitze des Werkzeugs aus dem Auge, wickelte eine Decke um den blutüberströmten Kopf und ging zu einem anderen Kreditinstitut, wo er auf Passanten traf. Er überlebte nach Angaben des Richters wie durch ein Wunder.

Der Auslöser war ein falscher Verdacht

Hintergrund des Angriffs war offenbar ein seit längerem schwelender Konflikt. Der Angeklagte schien zu glauben, sein Opfer habe ihn bei der Polizei angeschwärzt, als er selbst einmal im Vorraum der besagten Bank geschlafen hatte. Er musste in die Ausnüchterungszelle und 50 Euro Gebühr bezahlen. Allerdings hatten damals Passanten die Polizei gerufen. Die Urteilsverkündung  musste der aggressive Angeklagte gefesselt anhören.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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