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Die Spende, die Leben retten kann: 2000 Blutspenden brauchen Bayerns Krankenhäuser pro Tag. Aktuell gibt es zu wenig Spenden. 

Aufruf des Blutspendedienstes

Blutvorräte in Bayern werden knapp

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München - Erst die Grippewelle, dann der Fasching – die Lager des Blutspendedienstes haben sich in Bayern geleert. Mit einem Aufruf will der BSD nun vermeiden, dass es zu einer akuten Notsituation wie im Herbst kommt. 

Den Anblick von damals haben die Mitarbeiter des Blutspendedienstes (BSD) noch nicht vergessen. Das große Lager im Unterfranken, in das täglich rund 2000 neue Blutspenden geliefert werden, war im September fast leer. Krankenhäuser mussten Operationen verschieben, der Blutspendedienst sprach von einer nie da gewesenen Notsituation. Damals war vieles zusammengekommen: das schöne Wetter, die Fußball-EM, die Ferien. Und auch aktuell häufen sich wieder Gründe, wegen denen weniger Spender zu den Terminen des BSD kommen. „Die Grippewellen ist seit Wochen in Bayern unterwegs, dann kam der Fasching dazu und nun noch die Ferien“, berichtet Stefanie Sklarzik. Das Lager leert sich wieder. Zwar längst noch nicht so stark wie vor einem halben Jahr – aber soweit will es der BSD gar nicht erst kommen lassen.

„Für gewöhnlich reichen unsere Vorräte vier bis fünf Tage“

„Für gewöhnlich reichen unsere Vorräte vier bis fünf Tage“, sagt Sklarzik. In den vergangenen Tagen ist die Menge der Blutkonserven unter diesen Wert gerutscht – und der Blutspendedienst hat mit einem Aufruf reagiert. „Gleich nach dem Fasching wieder eine gute Tat“, schreibt der BSD auf seiner Internetseite. Zumindest Alarmbereitschaft ist aktuell angebracht. „Wir müssen wieder offensiver für Blutspenden werben“, betont Sklarzik.

Der Dienst orientiert sich an dem Bedarf, den die bayerischen Krankenhäuser melden. Und der liegt bei 2000 Spenden pro Tag. Genauso viel Blut muss der BSD jeden Tag ins Lager bringen, um den Vorrat zu halten und spendenarme Zeiten wie jetzt gerade ausgleichen zu können. Blut kann 42 Tage aufbewahrt werden. Doch so lange bleibt keine Konserve im Lager. Dafür ist der Bedarf zu genau kalkuliert.

„Nur 3,5 Prozent spenden auch wirklich“

„Es ist für uns eine kontinuierliche Aufgabe, die Menschen vom Blutspenden zu überzeugen“, sagt Sklarzik. Und diese Aufgabe wird mit der alternden Gesellschaft immer wichtiger. Das ist die große Sorge, die den BSD plagt: Die meisten Stammspender haben die Altersobergrenze von 72 Jahren fast erreicht. Und es kommen nicht viele junge Spender nach. „94 Prozent der Menschen sagen, dass sie Blutspenden für wichtig halten“, berichtet Sklarzik. „Aber nur 3,5 Prozent spenden auch wirklich.“ Deshalb will der BSD nun verstärkt junge Leute über die neuen Medien auf sich aufmerksam machen. Oder mit gezielten Aktionen, zum Beispiel an Universitäten. „Wir sind dringend auf die Spendebereitschaft angewiesen“, betont Sklarzik. Denn Blut kann nicht künstlich erzeugt werden.

Deutlich leichter hat es der BSD in ländlichen Regionen, junge Menschen als Spender zu gewinnen. „Dort wird die Bereitschaft viel eher in der Familie weitergegeben“, sagt Sklarzik. Außerdem gebe es so etwas wie eine Stammtisch-Atmosphäre bei den Spendeterminen. „Die Menschen gehen ganz regelmäßig – es ist für sie fast schon ein Ritual.“ Doch ihre Unterstützung allein reicht nicht, damit der Blutspendedienst alle Kliniken versorgen kann. Die Aufrufe wie in diesen Tagen sind immer wieder einmal dringend nötig, erklärt Sklarzik. „Wir wollen nie wieder in die September-Situation kommen.“

Ausführliche Infos

zu den Bedingungen und den Terminen fürs Blutspenden gibt es auf der Internetseite des BSD unter www.blutspendedienst.com.

Lesen Sie auch: Gesundheitsministerin Huml ruft zur Blutspende auf

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