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An dem Klingelknopf in Augsburg befindet sich am Samstag ein blutiger Händeabdruck.

Bluttat in Diakonie: Geständnis

Augsburg - Nach einer Bluttat in einer Augsburger Diakonie-Wohngemeinschaft für psychisch Kranke hat ein 46 Jahre alter Mann gestanden, zwei seiner Mitbewohner erstochen zu haben.

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Bluttat in Augsburg: zwei Tote

Gegen ihn wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Montag Haftbefehl wegen zweifachen Mordes und Körperverletzung erlassen. Der unter Depressionen leidende alkoholkranke Mann hatte den Ermittlungen zufolge am Samstag eine 58-jährige Frau und ihren gleichaltrigen Mann erstochen und eine 39-jährige Frau schwer verletzt.

Auslöser für die Bluttat soll ein Streit in der Wohngemeinschaft gewesen sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte große Mengen Alkohols erst nach der Tat zu sich genommen haben. Er war zunächst vernehmungsunfähig. Zu den Hintergründen des Streits konnte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben machen, da noch keine schlüssigen Erkenntnisse vorlägen.

Der Mann litt nach Angaben des Diakonie-Vorstands, Pfarrer Reinhard Wemhöner, als "trockener Alkoholiker" an Depressionen. Es habe sich um ein "unvorhersehbares Extrem-Ereignis" gehandelt, sagte Wemhöner. "Es hat überhaupt nichts auf das Ereignis hingedeutet, gar nichts", sagte Wemhöner. Die Tat sei wie ein "unvorhersehbarer Vulkanausbruch" hereingebrochen. Der mutmaßliche Täter habe als unauffällig gegolten. Die betroffene Wohngemeinschaft soll geschlossen werden. Die Angehörigen der Opfer werden psychologisch betreut. Die Betroffenheit in der Diakonie und bei den Patienten sei groß. "Wir sind sehr berührt, das Geschehene macht uns nachdenklich", sagte der evangelische Geistliche.

Das evangelische Diakonische Werk betreut in Augsburg mehrere Wohngemeinschaften für psychisch Kranke. Die Betroffenen leben in diesen Wohnungen selbstständig. Das Ziel dieser Einrichtungen, den kranken Menschen eine möglichst eigenständige Existenz zu ermöglichen, werde durch diesen Vorfall nicht angezweifelt, sagte Wemhöner. Die Diakonie-Mitarbeiter würden jetzt für alle Betreuten prüfen, ob es versteckte Risiken für ähnliche Vorfälle geben könnte.

dpa

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