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Diana B. beim Mordprozess im Landgericht Augsburg.

Mordprozess Königsbrunn

Messer-Mord im Bad: Lebenslang für Diana B. 

Augsburg - Sie hat ihren Freund in Königsbrunn mit 40 Messerstichen getötet: Diana B. (41) ist nun wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Wegen Mordes an ihrem Freund ist eine 41-Jährige vom Landgericht Augsburg zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Frau hatte im November 2012 im Augsburger Vorort Königsbrunn den 39 Jahre alten Mann im Badezimmer erstochen. Das Paar hatte sich schon länger gestritten, eine Trennung stand im Raum. Als der Frau aufgrund eines Anrufs klar wurde, dass der Mann sie verlassen und zu einer neuen Freundin nach Starnberg ziehen wollte, soll sie ihn spontan umgebracht haben. Das Opfer erlitt 40 Schnitt- und Stichverletzungen, ein Stich ins Herz war tödlich.

Die Strafkammer folgte mit dem Urteil am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Vorsitzende Richter Christoph Wiesner hatte keine Zweifel, dass die Frau mit einem 28 Zentimeter langen Küchenmesser ins Bad der gemeinsamen Wohnung gegangen war, als ihr Freund gerade nackt vor dem Spiegel stand. Sofort habe sie ihm von hinten heimtückisch in den Nacken gestochen. Der Mann soll auch deswegen völlig überrascht und relativ hilflos gewesen sein, weil er auf einem Ohr taub war und gerade ein Haartrockner lief.

Die Verteidigerin hatte eine neunjährige Gefängnisstrafe wegen Totschlags gefordert. Sie hatte sich an der Aussage der 41-Jährigen aus dem Prozess orientiert. Demnach soll es im Bad einen längeren Streit gegeben haben. Der Mann habe die Frau dabei massiv bedrängt, das Messer habe sie eher zufällig dabei gehabt. Diese Schilderung verwies Richter Wiesner ins „Reich der Lüge“.

Das Paar hatte sich 2009 über ein Single-Portal kennengelernt, im drauffolgenden Jahr zogen beide zusammen. Die Beziehung war geprägt von finanziellen Problemen, nachdem sie eine Ausbildung zur Altenpflegerin machte und er zeitweise arbeitslos war. Zudem belasteten die Depressionen der psychisch kranken Frau das Paar. Auslöser der Bluttat soll der Anruf eines potenziellen Arbeitgebers des Manns gewesen sein. Der 39-Jährige hatte sich bei einer Molkerei im Landkreis Starnberg beworben - in der Nähe seiner neuen Freundin. Als er im Bad war, nahm die Frau den Anruf an. So soll ihr klar geworden sein, dass an der Trennung kein Weg mehr vorbei führte.

dpa

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