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In einer Umkleidekabine beobachtet werden - Alptraumerfahrung nicht nur für Frauen. (Symbolbild)

Aufreger-Fall im Landkreis Augsburg

Spanner-Polizist filmte Frauen beim Umziehen - und bekommt trotzdem volles Gehalt

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Ein Polizist aus dem Landkreis Augsburg filmte von 2015 bis 2017 mehr als 100 Frauen in den Umkleidekabinen des Bobinger Freibads. Vor zwei Jahren wurde der Beamte suspendiert, dennoch bezieht er nach wie vor sein volles Gehalt.

Bobingen - Der Fall sorgte im Sommer 2017 für großes Aufsehen: Im Bobinger Freibad „Aquamarin“ filmte ein Polizeibeamter aus dem Landkreis Augsburg zusammen mit Freunden in den Umkleidekabinen die Badegäste beim Umziehen. Bereits seit Juni 2015 machte sich der inzwischen 28-jährige Polizist einen Spaß daraus, sich mit seinen Freunden in Nebenkabinen zu verstecken und Frauen durch kleine Bohrlöcher auf Höhe des Brust- und Genitalbereichs zu filmen, berichtet die Augsburger Allgemeine.  Insgesamt seien Aufnahmen von rund 130 Frauen entstanden. 

Das Amtsgericht Augsburg verurteilte den Polizisten im Juli 2018 schließlich wegen „Verletzung des höchst persönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ zu einer Geld- und Bewährungsstrafe von sechs Monaten, so der Bericht weiter. Doch das Disziplinarverfahren gegen den 28-Jährigen ist noch immer nicht abgeschlossen, was bedeutet, dass der Polizist nach wie vor sein volles Gehalt bezieht.

Bobingen in Bayern: Darum bekommt der Spanner-Polizist noch immer volles Gehalt

Wie uns Johanna Graf, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West bestätigt, ist der Polizeibeamte seit Bekanntwerden der Vorwürfe im Juli 2017 vom Dienst suspendiert, doch das Disziplinarverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet der Beamte bezieht nach wie vor sein volles Gehalt. Auf unsere Anfrage bestätigt Graf, dass es sich hierbei um ein normales Vorgehen handelt. „Solange das Disziplinarverfahren läuft, also keine Entscheidung gefallen ist, erhält der Beamte seine vollen Dienstbezüge“. Medienberichten zufolge sollen sich diese auf rund 2.200 Euro net­to belaufen. Bis zum heutigen Tag hat der Polizist also rund 55.000 Euro erhalten und ein Abschluss des Verfahrens ist nicht abzusehen.

Polizist suspendiert: Disziplinarverfahren kann mitunter Jahre dauern

Denn wie Holger Stabik, ebenfalls Pressesprecher des Polizeipräsidiums gegenüber der Augsburger Allgemeinen sagt, könnte sich die Angelegenheit seiner Meinung nach noch einige Zeit hinziehen. Grund sind die vorgeschriebenen Verfahrensschritte. Bis eine disziplinarische Entscheidung fällt, könnten so mitunter Monate oder auch Jahre vergehen.

Schwere Vorwürfe kamen im vergangenen Jahr auch gegen zwei Bundespolizisten aus Rosenheim auf. Sie wurden bei einer eindeutigen Aktion in der Innenstadt beobachtet.

Auch das Münchner Polizeipräsidium wurde durch schwere Anschuldigungen gegen einen ihrer Polizisten erschüttert. 

In Oberfranken hingegen, hat die Polizei einen gesuchten Straftäter in einem kuriosen Versteck bei eriner Mutter festgenommen.  

va

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