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Ein Schiff fährt vor einer Brücke in Deggendorf (Niederbayern) auf der Donau. Für den Ausbau der Schiffahrt auf der Wasserstraße wurde eine neue Bahnbrücke bei Deggendorf gebaut, die auch von großen Containerschiffen durchfahren werden kann.

Ein Bogen von 466 Metern

Deggendorf - Zwei Jahre, 3800 Tonnen Stahl und 32 Millionen Euro: Jetzt hat die Donau bei Deggendorf die längste Eisenbahnbrücke in ganz Bayern und ein Nadelöhr weniger.

Die Bauzeit betrug gut zwei Jahre, 3800 Tonnen Stahl wurden verbaut. Nun ist die neue Eisenbahnbrücke bei Deggendorf fertig. Sie beseitigt einen Engpass für die Schifffahrt: Auch große Schiffe können unter ihr nun durchfahren.

Eine neue, wesentlich höhere Eisenbahnbrücke bei Deggendorf soll die Donau-Schifffahrt erleichtern. Das rund 32 Millionen Euro teure Stahlbauwerk wurde am Montag (28. juni) feierlich in Betrieb genommen. Es handelt sich mit 466 Metern um die längste Eisenbahnbrücke in Bayern. Die alte Brücke soll in den kommenden Monaten abgerissen werden.

Altes Eisen aus dem Jahr 1877

Die alte Brücke an der Bahnstrecke Landshut-Bayerisch Eisenstein stammt aus dem Jahr 1877 und ließ den Schiffen darunter nur eine Durchfahrtshöhe von 4,30 Metern. Die neue Donaubrücke liegt nach Bahn-Angaben rund 3,80 Meter höher und ermöglicht der Schifffahrt eine Durchfahrtshöhe von 8 Metern. Dies ist vor allem für moderne Container-Schiffe wichtig.

“Mit dem Neubau der Brücke schaffen wir für den Schiffs- sowie für den Bahnverkehr eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur“, sagte Bayerns Bahn-Chef Klaus-Dieter Josel bei der feierlichen Inbetriebnahme. Der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer vom Bundesverkehrsministerium sagte laut Mitteilung: “Der größte Engpass an der Donau ist beseitigt.“

Brücken über zwei Staatsstraßen und einen Feldweg

Der Brückenbau machte auch die Verlegung der Bahntrasse auf zwei Kilometer Länge notwendig. Außerdem mussten drei weitere Eisenbahnbrücken - über zwei Staatsstraßen und einen Feldweg - gebaut werden. Diese Arbeiten und den Abriss der alten Brücke eingeschlossen, beziffert die Deutsche Bahn AG die Gesamtkosten auf rund 47 Millionen Euro.

Die nach gut zweijähriger Bauzeit fertiggestellte Brücke besteht nach Bahnangaben aus 3800 Tonnen Stahl. Die Brückenteile seien in China gebaut und dann in Deggendorf montiert worden. Durch die offenere Bauwerkskonstruktion werde auch der Hochwasserabfluss erleichtert. Die Deggendorfer Oberbürgermeisterin Anna Eder (CSU) betonte, auf der neuen Brücke könnten die Züge künftig wieder mit Normalgeschwindigkeit über die Donau fahren und Schiffe könnten Deggendorf auch bei Hochwasser passieren.

Fußgängerbrücke an Stelle der alten Bahnbrücke

Nach dem Abriss der alten Brücke soll an deren Stelle eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer entstehen, die als wichtiger Bestandteil für die Landesgartenschau 2014 in Deggendorf gedacht ist. Die Kosten dieser Radler-Brücke werden auf rund 8 Millionen Euro veranschlagt und müssen von der Stadt Deggendorf aufgebracht werden. Eder hofft, dass der Freistaat mehr als 50 Prozent davon als Zuschuss bereitstellen wird - aus Mitteln zur Förderung von Gemeindeverbindungswegen, aber auch aus anderen Töpfen für die Landesgartenschau.

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