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Die Brandfahnder ermitteln noch. Ein Kind soll das Feuer in Siegsdorf gelegt haben.

Vorsatz oder Leichtsinn?

Millionenschaden: Teure Oldtimer verbrannt

Traundorf - War es wirklich nur leichtsinniges Zündeln von Kinderhand? Oder doch vorsätzliche Brandstiftung? Nach dem verheerenden Großbrand am Sonntag im Siegsdorfer Ortsteil Traundorf brodelt die Gerüchteküche auf vollen Touren.

Laut Polizei hat sich ein Kind als Verursacher des Feuers „geständig gezeigt“, das auf dem Anwesen einen Schaden in Millionenhöhe anrichtete. Kripo und Brandfahnder ermitteln – und schweigen weiterhin.

Ein solch mächtiges und starkes Feuer habe er bisher selten gesehen, sagte der Traunsteiner Kreisbrandinspektor Manfred Untersteiner. Der war einer der ersten Feuerwehrler, die am Brandort in Traundorf eingetroffen waren und erlebt hatten, wie sich die riesige Flammenwand durch die Gebäudeteile des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens fraß. Aus dem Wohnhaus hatte sich der Besitzer rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Er habe aber mitansehen müssen, wie sein Besitz zum Teil völlig vernichtet wurde, erklärte Feuerwehr-Pressesprecher Peter Volk. Das habe den Mann derart mitgenommen, dass er vom Kriseninterventionsteam (KIT) der Malteser betreut werden musste.

Großbrand in Traundorf - Bilder vom Tag danach

Großbrand in Traundorf - Bilder vom Tag danach

Ein Raub der Flammen wurden unter anderem sieben offenbar hochwertige Oldtimer-Autos sowie ein Einsatzboot der DLRG Traunstein-Siegsdorf. Sie standen in den Gebäudeteilen, in der ein Mieter eine Werkstatt und die Lagerhalle für diese Fahrzeuge eingerichtet hatte.

Ob es sich bei dem vermeintlichen Verursacher des Brandes um einen elfjährigen Buben handelt, bleibt offen, denn bestätigt wurden diese von anderen Medien verbreiteten Meldungen von Behördenseite offiziell nicht. Wenn es wirklich ein Kind war – wer kommt dann für den Schaden auf? „Grundsätzlich muss die Brandversicherung des Gebäudes zahlen“, sagte der Priener Versicherungsexperte Günter Adlwart auf Anfrage unserer Zeitung. Ein Kind sei generell bis sechs Jahren „deliktunfähig“, wie es in der Versicherungssprache heiße. Übersetzt: strafunmündig.

Ab sechs bis zur Volljährigkeit mit 18 ändere sich dies in „beschränkt deliktfähig“, die Kinder und Jugendlichen seien dann auch verantwortlich für ihre Taten. Mit hinein in die Schadensregulierung spiele die Frage eine Rolle, ob das Kind die geistige Reife hat, sein Handeln abzuschätzen, oder ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. „Haben die Eltern eine private Haftpflichtversicherung, wird die in der Regel zahlen, es sei denn, der Schaden wurde vorsätzlich herbeigeführt“, so Adlwart. Wenn die Eltern aber nicht versichert sind, könne es für sie finanziell sehr eng werden – möglicherweise auch für das Kind, wenn es später im Erwachsenenalter für einen Teil der Kosten aufkommen müsse.

Ulrich Nathen-Berger

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