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Brandgefährliche Dekoration: Warnung vor Ethanol-Kaminen

Kamingemütlichkeit ohne Schornstein – was unkompliziert und romantisch klingt, birgt Gefahren: Ethanol-Kamine entpuppen sich als brandgefährliche Deko. Experten mahnen zur Vorsicht.

Allein im Dezember verzeichnete die Versicherungskammer Bayern 70 Brände, die durch Öfen verursacht wurden – unter anderem durch Ethanol-Kamine. „Die Tendenz, dass Brände durch solche Öfen entstehen, ist steigend“, bestätigt Sprecher Thomas Bundschuh. „Insbesondere dann, wenn die Gebrauchsanweisung und die Sicherheitsvorschriften nicht sorgfältigst eingehalten werden.“ Der Fachmann warnt: „Deko-Öfen mögen zwar schön aussehen, aber sie sind unberechenbar.“ Erst kürzlich wurde einer Rentnerin im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen ihr Ethanol-Kamin zum Verhängnis: Laut Polizei hörte die 72-Jährige einen Knall, ehe ihr Christbaum und schließlich die Wohnung in Flammen standen. Eine Verpuffung des Kamins hatte den Brand ausgelöst. Schaden: 20 000 Euro. Zuvor traf es eine Frau in Hamburg noch schlimmer. Sie starb nach der Explosion ihres Kamins.

Verbraucherschützer sind alarmiert: Die Stiftung Warentest spricht von einer „brandgefährlichen Deko“. Ethanol sei ein Brennstoff, der mit Luft ein leicht entzündliches, sogar explosionsfähiges Gemisch bildet. Ethanol werde gezielt als Brandbeschleuniger eingesetzt.

Läuft Ethanol zum Beispiel während des Befüllens aus und entzündet sich, brennt schnell der ganze Raum lichterloh. Auch Experten von der Feuerwehr warnen vor den Deko-Kaminen. Gerhard Bullinger, Kreisbrandrat in Ebersberg und stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands, sagt: „Diese Öfen stellen ein Risiko dar.“ Weil die brennbare Flüssigkeit offen in einem Gefäß steht, ergibt sich damit ein sogenanntes Verbrennungsdreieck aus Sauerstoff, brennbarem Stoff und Wärme. „Das sind die besten Voraussetzungen, dass es gescheit brennt“, weiß der Experte. In diesem Fall heißt es: Hände weg von Wasser! Stattdessen seien Feuerlöscher oder Löschdecke hilfreich.

Trotz Nachfrage bieten Kaminhändler wie Frank Geyer Ethanol-Kamine gar nicht erst an. „Ich bin nicht scharf drauf“, stellt der Münchner Kaminbaumeister klar. „Sie sind mit Vorsicht zu genießen.“ Schließlich sei flüssiger Brennstoff im Spiel. Darum rät Geyer seinen Kunden zum Kauf von Holzöfen – die allerdings nicht jeder daheim anbringen kann. „Deko-Öfen sind meistens eine Notlösung, wenn kein Kamin im Haus ist.“ Oder wenn der klassische Holzofen zu teuer ist: Deko-Öfen gibt es schon zum Schnäppchen-Preis ab 50 Euro im Internet – die Rechnung im Schadensfall ist um ein Vielfaches höher.

Stiftung Warentest empfiehlt, auf eine ausreichende Prüfung zu achten. Das Problem: Erst seit Mitte November gibt es eine DIN-Norm, die allerdings noch nicht veröffentlicht ist. Im Zweifelsfall soll der Kunde seinen Kamin beim TÜV prüfen lassen.

Corinna Erhard

Rubriklistenbild: © Feuerwehr

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