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Der Brandschutz in Traglufthallen macht der Feuerwehr Sorgen.

Brandschutz in Flüchtlingsheimen

Traglufthallen beunruhigen Feuerwehr

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München - In Flüchtlingsheimen brennt es überdurchschnittlich oft. Den Feuerwehren bereitet das Sorgen. Sie diskutieren darüber bei einer Tagung und so manche Lösung ist denkbar einfach.

Schnell hatte sich der schwarze, giftige Rauch verbreitet – 30 Kubikmeter entstehen pro Sekunde. Flüchtlingen ist das bei einem Brand Anfang des Jahres beinahe zum Verhängnis geworden. Die 75 Bewohner haben es fast nicht mehr nach draußen geschafft. Kein seltener Fall. Immer wieder haben Einsatzkräfte in Bayern mit Bränden in Flüchtlingsheimen zu kämpfen.

Peter Bachmeier, 48, war damals bei dem Brand im Münchner Norden vor Ort. Er ist seit 25 Jahren bei der Münchner Berufsfeuerwehr und dort, aber auch bundesweit, mit dem vorbeugenden Brandschutz beauftragt. Bei der zweitägigen Herbstversammlung der oberbayerischen Feuerwehren, die gestern in Freising begann, spricht er über den Brandschutz in Asylunterkünften.

Bachmeier: „Das Risiko ist 20 Prozent höher“

Peter Bachmeier (48) ist der Beauftragte für Brandschutz.

Bei starker Rauchentwicklung haben die Menschen wenig Zeit zu entkommen. Bachmeier sagt: „Die Ursache dafür ist banal.“ Untersuchungen haben ergeben: Schuld sind die Stockbetten. Und die sind in allen bayerischen Asylheimen zu finden. Fängt eine Matratze von unten Feuer, entwickelt sich der Rauch enorm. Deshalb soll unter die Matratzen jetzt eine Holzplatte. Damit entwickelt sich der Rauch langsamer, die obere Matratze fängt nicht so schnell Feuer. Gegen die Flammen hilft das nicht.

Hierzu bedarf es anderer Maßnahmen. Im Durchschnitt brennt es in jeder Flüchtlings-Einrichtung alle drei Jahre. Für ein Wohnhaus unvorstellbar. „Das Risiko ist um 20 Prozent höher“, sagt Bachmeier. Grund ist oft unsachgemäßes Hantieren in der Küche. Und die Tatsache, dass viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. Bachmeier glaubt, ein Herd, der sich nach einiger Zeit von selbst abschaltet, würde da schon helfen. Denn oft sei der Grund für das Feuer.

Ein anderer Einsatz in Moosach ist Bachmeier ebenfalls in Erinnerung geblieben. In einer Küche in einem Gebetsraum hat es vor genau einem Jahr gebrannt. Als aus dem Raum Rauch drang, brachen 400 Menschen in Panik aus. Ein paar sprangen aus dem Fenster, andere verletzten sich bei der Flucht im Treppenhaus. Derweil hatte die Feuerwehr die Lage schnell im Griff. Stresssituationen wie Feuer sind für viele Flüchtlinge schwer zu ertragen. Sie rufen Erinnerungen aus der Kindheit wach. Viele kennen die Feuerwehr aus ihrer Heimat nicht – zumindest nicht in dieser Form. „Sie haben kein Vertrauen“, sagt Bachmeier. Und springen in ihrer Verzweiflung manchmal aus dem Fenster.

Brandschutzexperte komplett gegen Traglufthallen

Bei der Schnelligkeit einer Brandmeldung setzt Bachmeier auf den Sicherheitsdienst vieler Asylheime. „Es muss keine teure Brandmeldeanlage sein.“ Wenn die Aufmerksamkeit hoch ist, reicht ein günstiger Brandmelder. Nicht aber in Traglufthallen. Wenn dort ein Feuer ausbricht, bildet sich nach ein bis zwei Minuten eine dicke Rauchschicht unter der Decke. Beim Öffnen der Notausgänge entweicht die Luft, die meterhohe Halle sinkt nach unten. Und der Rauch sammelt sich auf den Rettungswegen. „Ohne Vorwarnung stehen die Leute im giftigen Rauch“, sagt Bachmeier. Als Brandschutzexperte würde er eine solche Halle nie genehmigen.

Nicht immer brennt es, wenn die Sirenen heulen. Das erleben Bachmeier und seine Kollegen Tag für Tag in einer Unterkunft bei Pasing. Auch andere bayerische Feuerwehren kämpfen mit Fehlalarmen. Oft würden die Flüchtlinge den Knopf absichtlich drücken oder der Auslöser war angebranntes Essen.

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