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Brauerei verzichtet auf Verkauf von "Biomineralwasser"

Nürnberg/Neumarkt - Im monatelangen Streit um ein “Biomineralwasser“ der Brauerei Lammsbräu in Neumarkt/Oberpfalz zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Bei einer Verhandlung vor einer Zivilkammer des Landgerichts Nürnberg zeigte sich das Unternehmen am Mittwoch bereit, sowohl auf die Bezeichnung “Biomineralwasser“ als auch auf das jetzige Bio-Siegel zu verzichten.

Im Gegenzug soll der Getränkehersteller das Etikett noch drei Monate nutzen und Restbestände des Mineralwassers verkaufen dürfen. Einzelheiten eines Vergleichs mit der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs im hessischen Bad Homburg sollen bis zum 15. Dezember ausgehandelt werden.

Die Wettbewerbszentrale hatte Lammsbräu auf Unterlassen der Bezeichnung “Biomineralwasser“ verklagt. Sie wirft dem Getränkehersteller vor, den Verbraucher mit der Kennzeichnung und einem entsprechenden Siegel irrezuführen. Es entstehe der Eindruck, das Mineralwasser der Marke “Biokristall“ sei reiner als Konkurrenzprodukte.

Natürliches Mineralwasser komme jedoch immer aus Quellen, die vor Verunreinigungen geschützt und daher immer von ursprünglicher Reinheit seien, argumentierte die Wettbewerbszentrale. Zudem werde Mineralwasser anders als landwirtschaftliche Produkte nicht hergestellt oder angebaut und falle daher nicht unter die Öko- Verordnung der Europäischen Union.

Das Gericht deutete während der Verhandlung an, dass es die Behauptung des Sprudelwasserherstellers, das Wasser sei besonders rein und unbehandelt, ebenfalls für eine Irreführung der Verbraucher hält. Auch andere Mineralwasser erfüllten diese Anforderung. Lammsbräu hingegen bestreitet, den Verbraucher zu täuschen. Die Marke “Biokristall“ übertreffe die gesetzlichen Qualitätsanforderungen bei weitem. Zudem werde die Vorsilbe Bio heute inflationär verwendet, so dass der Durchschnittsverbraucher keinesfalls denke, das Mineralwasser-Siegel habe etwas mit dem Bio- Siegel von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu tun.

Das “Biomineralwasser“ wird aus einer Quelle in Neumarkt gewonnen und ist seit September 2010 im Handel. Eine 0,75-Liter-Flasche kostet zwischen 0,80 und 1,00 Euro. Sollten sich Lammsbräu und die Wettbewerbszentrale nicht auf einen Vergleich einigen können, trifft das Landgericht Nürnberg am 19. Januar 2011 eine abschließende Entscheidung.

dpa

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