Braugerstenanbau in Bayern auf Rekordtief

Bamberg - Die Anbaufläche von Braugerste hat in Bayern heuer einen Tiefststand erreicht. Der Bayerische Bauernverband (BBV) erklärt das Rekordtief.

Das sagte Matthias Kick, Getreidereferent des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), der Nachrichtenagentur dpa. Auf 101 500 Hektar wurde die für das Bierbrauen notwendige Sommergerste im Freistaat demnach angebaut. Einen so niedrigen Wert habe die BBV-Statistik noch nie ausgewiesen. Im Jahresmittel von 2007 bis 2012 hatte die Anbaufläche bei 128 00 Hektar gelegen.

Der Hauptgrund sei der Preis, sagte Kick. Das Ertragsniveau bei Sommergerste sei niedriger als beispielsweise bei Winterweizen - aber die Preisdifferenz gleiche das nicht aus. Die Qualitätsvorschriften bei Braugerste seien streng, das Risiko trage aber allein der Landwirt. Braugerste dürfe beispielsweise nur einen Eiweißgehalt von maximal 11,5 Prozent haben. Sonst sei der Preis so niedrig wie für Futtergetreide. Dieser Faktor ließe sich aber kaum beeinflussen, sondern sei witterungsabhängig. Bei qualitätsgebundener Bezahlung gebe es normalerweise Zu- und Abschläge, sagte Kick weiter. „Aber bei der Braugerste gibt es nur Abschläge.“ Landwirte würden deshalb vermehrt auf andere Getreidearten setzen oder auf Mais für Biogasanlagen.

Auch deutschlandweit wurde 2013 deutlich weniger Sommergerste angebaut - laut Statistischem Bundesamt auf rund 360 000 Hektar, das sind 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Preis liegt in diesem Jahr in Bayern laut BBV deutlich unter dem Wert von 2012. Bekamen die Landwirte damals Ende August noch mehr als 220 Euro pro Tonne Braugerste, so sind es derzeit 185 Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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